Zwei Familien, eine Hochzeit

UTTWIL. Die Theatergruppe Bodensee erntete am Samstag viel Applaus bei der Premiere des dreiaktigen Schwanks «Oh Gott, üsi Familie». Darin stehen dem gemeinsamen Glück von Katrin und Peter ihre grundverschiedenen Familien im Weg.

Trudi Krieg
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Die traute Zweisamkeit in der Hütte ist für Katrin und Peter (rechts) schnell vorbei. (Bilder: Trudi Krieg)

Die traute Zweisamkeit in der Hütte ist für Katrin und Peter (rechts) schnell vorbei. (Bilder: Trudi Krieg)

Champagner, Tortelloni amore und Kerzenlicht stimmten ein auf den Abend in trauter Zweisamkeit, zu dem Katrin eben noch den roten Body anziehen wollte, als die resolute Hüttenwartin hereinplatzte. Diese hatte noch oft genug Grund zur Aufregung, als nach und nach die ganze liebe Verwandtschaft in der Hütte ankam und sich breitmachte. Das ging doch nicht, dass da die zwei Jungen so ganz allein heirateten!

So turbulent wie in der ersten Szene ging es am Samstag auf der Theaterbühne in der Mehrzweckhalle Uttwil den ganzen Abend zu und her. Dabei hätte die Hütte, welche die Kulisse darstellte, ein einsames Liebesnest für Peter (Martin Rodel) und seine Zukünftige Frau Katrin (Gabriela Gsell) sein sollen.

Die liebe Familie

Zwei unterschiedliche Familien feilschten um eine Hochzeit, mit Stil oder Pomp, «Brodwörscht» und «Herdöpfelsalot» oder Filetspitzli und Madeirasauce, Blaskapelle oder Streichquartett.

Mutter und Schwiegermutter ereiferten sich über das Brautkleid und andere Details der bevorstehenden Hochzeit, während Papa und Opa sich angeblich um die kulinarischen Belange kümmerten – sich in Wirklichkeit aber in karibischen Nächten in zwielichtigem Milieu austobten. Der Kater und weitere Folgen kamen am nächsten Morgen.

Auch die Hüttenwartin hatte die nächtliche Heimkehr registriert und versuchte ihrer Hausordnung Nachdruck zu verleihen: «Mir sind en aständigs Dorf und wends au blibe.»

Gelungene Premiere

Zur Samstagnachmittagsvorstellung kamen trotz des schönen Wetters viele Senioren – aber auch viele Kinder, die es sichtlich genossen zu sehen, wie die Erwachsenen auch einmal «täubelen» und streiten konnten: «Wenn ich auf die Bühne komme, bin ich nicht mehr ich, sondern die Hüttenwartin», sagte Christa Graf in der Pause. Ihr gefallen Rollen, wo es richtig fetzt. Auch die Regisseurin Patrizia Knürr war zufrieden: «Schon an dieser ersten Vorstellung haben sich alle tüchtig ins Zeug gelegt ohne Durchhänger.»

Die Darsteller hatten in den letzten Wochen zweimal wöchentlich geprobt. Am Abend spielte die Theatergruppe Bodensee den Schwank vor ausverkauftem Haus und bei Bombenstimmung.

Sympathie und Unterstützung

Der Musikverein Uttwil führt an den Theatervorstellungen die Festwirtschaft mit Leckerem aus der Küche. Nach den Vorführungen ist Barbetrieb.

Viele regionale Produzenten und Händler unterstützten den Theaterverein, indem sie Tombola Preise spendeten. Tombolachef ist die Familie Stübi. Dabei gibt es Blumen, Früchte, Gemüse, Kunstgegenstände, Haushaltgeräte und vieles mehr zu gewinnen. Der Hauptpreis ist ein Velo. Die Gemeinde Uttwil stellt den Saal gratis zur Verfügung.

Die nächsten Vorführungen sind am Freitag, 23. März, und am Samstag, 24. März, jeweils um 20 Uhr. Vorverkauf und Reservation unter der Telefonnummer 079 765 00 72 oder www.theater-bodensee.ch

Die Hüttenwartin und der Opa.

Die Hüttenwartin und der Opa.

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