Zwei Dörfer kämpfen um ihre Bankomaten

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Die Präsidenten der vier betroffenen Standortgemeinden Langrickenbach, Lengwil, Münsterlingen und Güttingen bedauern den Entscheid, zeigen aber auch Verständnis. Gemeindepräsidentin Fabienne Schnyder aus Langrickenbach sagt:«Es ist natürlich ein Abbau beim Service public. Nach der Post schliessen jetzt offenbar auch noch die Banken ihre Filialen.» Es sei aber ein wenig absehbar gewesen, nachdem die Raiffeisen mit dem Neubau in Altnau begonnen hatte. Die Argumentation mit der Verlagerung des Geschäfts ins Internet und dem Rückgang der Schalterbesuche sei für sie einleuchtend. Für die Gemeinde Langrickenbach sei es wichtig, dass zumindest der Bankomat erhalten bleibe. «Es ist uns ein Anliegen, dass es auch bei uns im Oberland noch die Möglichkeit zum Bargeldbezug gibt und nicht nur in den Seegemeinden.» Dafür werde sich die Gemeinde Langrickenbach einsetzen. Auch Ciril Schmidiger, Gemeindepräsident von Lengwil, sieht es kritisch. «Die Raiffeisen hielt bislang die Bürgernähe sehr hoch und zieht sich jetzt doch aus den Dörfern zurück.» Natürlich sei das Kundenverhalten für die Bank entscheidend und der Entscheid nachvollziehbar. Doch gebe es halt noch jene, die auf den Schalter angewiesen sind. Retten möchte man in Lengwil unbedingt den Bankomaten, was aber laut Schmidiger noch nicht ganz klar sei. Der Münsterlinger Gemeinderpräsident René Walther sieht die Schliessung der Filiale in Landschlacht nüchtern. «Das Bankverhalten ist anders geworden.» Der Entscheid sei für ihn nachvollziehbar, er glaube auch nicht an eine Einbusse bei der Dienstleistungsqualität. «Es ist zwar schade, aber es hat im Dorf auch keine grossen Wellen geschlagen. Die Bank ist ja kein Treffpunkt für die Leute.»

Der Güttinger Gemeindepräsident Urs Rutishauser kann den Raiffeisen-Entscheid «voll nachvollziehen». Für einige Ältere sei es aber sicher ein Verlust. Im Dorf habe er keine negativen Reak­tionen gehört. Man sei höchstens erstaunt gewesen, weil man glaubte, die Raiffeisen komme in das neue Coop-Gebäude.» Doch die Bäckerei Mohn, die nun dort einen Laden mit Café eröffne, bringe dem Dorf mehr als die Bank. (ubr)

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