Zwei Blutstropfen und ein Splitter

AMRISWIL. Gestern wurden bei der Katholischen Kirchgemeinde Amriswil die Reliquien von Papst Johannes Paul II., Schwester Faustyna und Pater Pio feierlich in der Barmherzigkeitskapelle eingesetzt.

Lukas Gerzner
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In diesem kunstvollen Kreuz werden die Reliquien aufbewahrt. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

In diesem kunstvollen Kreuz werden die Reliquien aufbewahrt. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Seit kurzem erfreut sich die Katholische Kirchgemeinde Amriswil der spirituellen Anwesenheit dreier Heiliger durch deren Reliquien. Gestern wurden die Relikte von Papst Johannes Paul II., Pater Pio und der Schwester Faustyna, die in ein kunstvoll gearbeitetes Kreuz eingearbeitet wurden, gesegnet und in die Barmherzigkeitskapelle überführt. Die Barmherzigkeitskapelle ist in der St. Stefan Kirche in Amriswil enthalten.

Besuch aus Polen

Diese Handlung war auch Anlass für einen fernen Besuch: Schwester Koleta kommt aus dem Kloster der «Kongregation der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit» im polnischen Krakau. Dort hat die heilige Maria Faustyna Kowalska bis zu ihrem frühen Tod 1938 gelebt. Ein Knochensplitter der Heiligen ist nun als eine der drei Reliquien in der Kirche St. Stefan gegenwärtig.

Schwester Koleta antwortet auf die Frage, ob sich die Heilige wohl fühlt in der Schweiz: «Faustyna möchte hier in der Schweiz sein und Jesus hat sie hierher gesandt.» Die Heilige sei stark gewesen im Vertrauen zu Gott und in der Barmherzigkeit gegenüber anderen. «Nun soll sie auch für Sie ein Vorbild darin sein», sagte Schwester Koleta zur Amriswiler Kirchgemeinde.

Die Reliquien werden vom Priester und den Ministranten in die Barmherzigkeitskapelle gebracht. (Bild: Nana do Carmo)

Die Reliquien werden vom Priester und den Ministranten in die Barmherzigkeitskapelle gebracht. (Bild: Nana do Carmo)

Barmherzigkeit erleben

Auch die beiden anderen Reliquien, jeweils ein Blutstropfen von Papst Johannes Paul II. und von Pater Pio, sollen den Gläubigen helfen, die Barmherzigkeit Gottes stärker zu erleben. «Reliquien sind das Fenster zu den Heiligen und die Heiligen sind das Fenster zu Gott», erklärte Pfarrer Beat Muntwyler gestern bei der feierlichen Überführung der Reliquien.

Das kunstvolle Kreuz wurde speziell für die drei Reliquien angefertigt. Die Reliquien kamen auf Initiative von Pfarrer Beat Muntwyler nach Amriswil. Bei einer Romreise kam ihm der Gedanke, dass auch in Amriswil Reliquien stehen könnten. Etwas später richtete er Anfragen an die betreffenden Stellen, die für die Reliquien bestimmter Heiliger zuständig sind.

Seine Anfragen wurden gleich dreifach positiv beschieden. Deshalb wird neben dem Knochensplitter von Schwester Faustyna jeweils ein Blutstropfen von Papst Johannes Paul II. und von Pater Pio in Amriswil zu finden sein. Johannes Paul II, mit bürgerlichem Namen Karol Jozef Wojtyla, war einer der beliebtesten Päpste. Er starb am 2. April 2005. Bereits im April 2014 wurde er von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Pater Pio wird vor allem in Italien sehr verehrt. Er war ein katholischer Priester und Kapuziner. Schon im Alter von 31 Jahren zeigten sich bei Pater Pio Stigmata, die Wundmale von Jesus Christus am Kreuz. Pater Pio soll bereits Zeit seines Lebens geheilt und Prophezeiungen ausgesprochen haben. Er starb im September 1968. Im Jahre 2002 wurde er von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Mit Gebeten begleitet

Die Überführung der Reliquien in die Barmherzigkeitskapelle wurde mit Gebeten begleitet. Im Anschluss waren die Gläubigen zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

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