Zwei Attentate hat er überlebt

ARBON. Der ehemalige Arboner Hauswart Peter Safari Shehe ist Regierungschef in Kenias Provinz Ganze. Am Wochenende weilte er zu Besuch in seiner alten Heimat. Der Kampf gegen die Korruption sei gefährlich, sagt der Brautvater.

Barbara Hettich
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Peter Safari Shehe mit seiner Partnerin Barbara Fuhrer im ehemaligen Saurer-Vortragssaal im ZuK. (Bild: Barbara Hettich)

Peter Safari Shehe mit seiner Partnerin Barbara Fuhrer im ehemaligen Saurer-Vortragssaal im ZuK. (Bild: Barbara Hettich)

Peter Shehe will mit der Korruption und der Misswirtschaft in Kenia aufräumen. Dafür hat er einen aufwendigen Wahlkampf geführt und 2013 mit seiner Wahl zum Regierungschef der Provinz Ganze für Aufsehen gesorgt.

Opfer von Verschwörern

Am Wochenende war er wieder zu Besuch in Arbon, vorwiegend aus familiären Gründen. Denn eine seiner Töchter heiratete. Gleichzeitig nahm er die Gelegenheit wahr, die Vereinsmitglieder von Pro Ganze Kenya über die vergangenes Jahr aufgekommenen Korruptionsvorwürfe zu informieren. Vorwürfe, welche den integren Mann schwer getroffen haben und nachweislich von Neidern und Oppositionellen heraufbeschworen wurden. «Das kenianische Gericht hat die Verschwörer mittlerweile schuldig gesprochen», erklärte Peter Shehe und legte den Vereinsmitgliedern als Beweis die Gerichtsurteile vor.

120 Bauprojekte realisiert

Peter Shehe lebt gefährlich, er will Schweizer Tugenden wie Ehrlichkeit, Sauberkeit und Verlässlichkeit den Kenianern näher bringen – und dies passt nicht allen. Zwei Attentate habe er überlebt, berichtet Peter Shehe. In der Bevölkerung geniesse er mittlerweile einen grossen Rückhalt. «Die Menschen sehen, dass ich nicht korrupt bin und dass es vorwärts geht.» In den letzten Jahren ist es ihm gelungen, 120 Bauprojekte zu realisieren, darunter Schulen, Ausbildungs- und Gemeindezentren. Im Februar sei Grundsteinlegung für ein regionales Krankenhaus. Für die ersten 45 Kilometer geteerter Nationalstrasse habe die kenianische Regierung Geld freigegeben.

Viel Support aus der Schweiz

Bei all seinen Vorhaben wird Peter Shehe von seiner Lebenspartnerin Barbara Fuhrer und den Mitgliedern vom Verein Pro Ganze Kenya tatkräftig unterstützt. Viel Support bekomme er zudem vom Schweizer Botschafter Jacques Pitteloud. Wie die Unterstützung aus der Schweiz konkret aussieht, zeigte Vereinsmitglied Olivia Bosshart auf. Die Primarlehrerin aus Altnau hat mit den Schulkindern Spendengelder gesammelt, Ziegen gekauft und vor Ort an die Tagesschulen abgegeben, in der Hoffnung, dass sie sich kräftig vermehren. Sie hat neu gebaute Schulzimmer besichtigt und aufgelistet, was es an Einrichtungen noch braucht. Peter Füllemann berichtete von seinem Einsatz als Leiter einer IT-Schulung, und Barbara Fuhrer stellte weitere Projekte wie «Ganze Women's Sacco» oder «Light up Ganze», bei welchem 16 mathematisch begabte junge Menschen zu Solartechnikern ausgebildet wurden, vor. Mittlerweile seien sechs von ihnen erfolgreich unterwegs und würden Elektrizität in die Dörfer bringen.

Shehe will weitermachen

Barbara Fuhrer berichtete auch von einem mehrwöchigen Jugendcamp, in dem 80 Jugendliche in verschiedenen Fähigkeiten ausgebildet wurden. «Wir kommen mit kleinen Schritten voran, es braucht aber sehr viel Geduld», so Barbara Fuhrer. Viele junge Menschen in Kenia hätten keine Beschäftigung, und dies sei sehr gefährlich, sagte Peter Shehe. Um eine Veränderung herbeizuführen, brauche es Zeit. Aus diesem Grund werde er sich im 2017 für eine weitere Amtsperiode zur Wahl stellen. «Wir haben sehr viel Herzblut investiert, und wir wollen nicht riskieren, dass das Erreichte umsonst war. Es ist uns bereits gelungen, das Leben Tausender positiv zu verändern», bestätigte Barbara Fuhrer.

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