Zurück zu den alten Werten

KREUZLINGEN. Respekt, Mut und Zivilcourage: In Kreuzlingen soll sich im öffentlichen Raum sicher fühlen. Am Workshop «Kreuzlingen zeigt Stärke» am 12. März wird die Bevölkerung definieren, wie sie sich das Zusammenleben vorstellt.

Nicole D'orazio
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Gemeinsam stark: Verschiedenste Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger setzten sich für das Pilotprojekt ein und werben für den Workshop. (Bild: Nana do Carmo)

Gemeinsam stark: Verschiedenste Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger setzten sich für das Pilotprojekt ein und werben für den Workshop. (Bild: Nana do Carmo)

Auch in Kreuzlingen gibt es einige Probleme im öffentlichen Raum wie Vandalismus, Littering und Pöbeleien. Die Bevölkerung soll bei diesen aber nicht mehr wegschauen, sondern wo möglich eingreifen. Mit der Unterstützung des Kantons lanciert die Stadt Kreuzlingen das Pilotprojekt «Kreuzlingen zeigt Stärke». «Probleme müssen und dürfen angesprochen werden», sagte David Blatter, Stadtrat Departement Dienste, an der gestrigen Medieninformation. «Wir schauen nicht ohnmächtig und untätig zu.» Dabei sei man auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Sicherheit sei nicht die alleinige Aufgabe des Staates.

An einem Workshop, zu dem alle Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger eingeladen sind, möchte man definieren, wie das Zusammenleben im öffentlichen Raum aussehen soll. «Die Leute haben unterschiedliche Vorstellungen und Wahrnehmungen. Darum möchten wir die Werte festlegen, für welche wir einstehen wollen», sagt Blatter. Das soziale Netzwerk möchte man durch den Workshop erweitern und stärken. «Oft fehlt beispielsweise der gegenseitige Respekt.» Das Ziel sei, dass sich die Bevölkerung in einem geordneten Umfeld jederzeit sicher bewegen könne. Aus den Resultaten werde man eine Charta ausarbeiten und im Mai präsentieren.

Zivilcourage stärken

Astrid Frischknecht, Management- und Organisationsentwicklerin, ergänzte, dass man einen gemeinsamen Nenner für das öffentliche Zusammenleben finden möchte. «Die Zivilcourage der Teilnehmer soll gestärkt werden. Alte Werte wie Respekt und Mut möchten wir so neu beleben.» Frischknecht sagte weiter, dass bei Litteringproblemen oft die Sicherheitsfrage mit ein Thema sei. So sei man am Anti-Littering-Forum auf das Pilotprojekt aufmerksam geworden und habe sich beworben. Kreuzlingen sei bereit.

Mit einer Plakat- und Flyerkampagne möchten die Verantwortlichen auf die Aktion aufmerksam machen. Dafür konnten sie verschiedenste Kreuzlinger und Kreuzlingerinnen gewinnen, mitzumachen. Barbara Rossbacher, Präsidentin der Offenen Jugendarbeit, ist dabei, da man Sicherheit nicht nur fordern könne, sondern auch etwas beitragen solle. Roland Stofer wünschte sich mehr Respekt vor dem Alter und vor den öffentlichen Anlagen wie dem Burgerfeld. «Oft werden Dinge beschädigt und Müll wird liegen gelassen.»

Nicht alle Jugendlichen gleich

Auch drei Jugendliche werben für den Workshop. «Ich möchte zeigen, dass Jugendliche auch anders sein können. Nicht alle missbrauchen Suchtmittel», sagte die 13jährige Vanesa Noja. Sofia De Vita pflichtet ihr bei: «Nicht alle Jungen machen Blödsinn.» Ihr sei es wichtig, dass sich ihre Eltern keine Sorgen machen müssten, wenn sie weggehe. Sie erzählten, dass Mobbing im Internet ein Problem unter Schülern sei. Ali Görkem Ekici möchte für Kreuzlingen nützlich sein. «Jugendliche können sich ändern.»