Zum Zerreissen gespannt

SCHÖNHOLZERSWILEN. Fast 60 Mannschaften massen am Seilziehfest in Schönholzerswilen ihre Kräfte. Vor allem Männer ziehen an den schweren Seilen. Den meisten Frauen fehlt der Biss.

Brenda Zuckschwerdt
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Kämpferisch, trotzig, leidend: Seilziehen braucht viel Kraft und Kondition – und wird unterschätzt. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

Kämpferisch, trotzig, leidend: Seilziehen braucht viel Kraft und Kondition – und wird unterschätzt. (Bild: Brenda Zuckschwerdt)

«Es braucht einfach Biss», sagt Regula Alder vom Seilziehclub Thurtal. Und den scheinen die Männer auf dem Platz zu haben. Kampfeslustig machen sie sich gegenseitig Mut, als sie Aufstellung nehmen, stampfen energisch auf, während sie das schwere Tau aufnehmen.

«Sie werden es morgen spüren»

Die Nerven scheinen zum Zerreissen gespannt, bis das Kommando kommt, auf das alle warten: Pull! Dann wandelt sich der Gesichtsausdruck der Männer, von kämpferisch über trotzig zu erschöpft und leidend. Jede Sekunde zehrt an den Kräften, bis die Mannschaft gewinnt, die den längeren Schnauf hat.

Bereits zum 27. Mal organisiert der Seilziehclub Thurtal das Seilziehfest, noch vor kurzem hatte er aber mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Doch nun sind etliche neue, junge Gesichter in ihrer Mannschaft zu sehen, erstmals an einem Turnier. «Sie werden es morgen spüren», sagt Otto Schönholzer, der seit 27 Jahren im Seilziehclub Thurtal mitzieht. Zwar nimmt er nicht mehr an Turnieren teil, im Training ist er aber nach wie vor dabei. Vor allem Kondition und Kraft wird dort aufgebaut, für Schönholzer eine sinnvolle Sache, denn für die Männerriege fühle er sich noch zu jung, scherzt er.

Niveau ist hoch

Der Aufwand aber sei enorm, den kenne nur, wer den Sport selber einmal aktiv ausgeübt habe. «Seilziehen wird völlig unterschätzt», sagt auch Regula Alder. Heute sei das Niveau so hoch, dass zwei Trainingseinheiten pro Woche nicht mehr ausreichten.