Zum Surfen ins Einkaufszentrum

Freie WLAN-Nutzung: Das Einkaufszentrum Amriville verzeichnet ein steigendes Interesse an seinem Angebot. Center-Manager Urs Schach versichert, es würde auf Schutzmassnahmen für Kinder und Jugendliche viel Wert gelegt.

Rita Kohn
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Center-Manager Urs Schach stellt das Hot-Spot-Angebot vor. (Bild: Rita Kohn)

Center-Manager Urs Schach stellt das Hot-Spot-Angebot vor. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. Beim Einkaufen kurz Mails checken? Oder Wartezeit bei einem Kaffee in der Mall und gleichzeitigem Surfen überbrücken? Seit ein paar Wochen kann dies im Einkaufszentrum Amriville kostenlos getan werden. «Wir haben einen Hot Spot mit freiem Zugang eingerichtet», bestätigt Center-Manager Urs Schach.

Jeweils eine Stunde kann nach Herzenslust gratis gesurft werden, dann muss sich der Kunde neu einloggen. «Das haben wir so eingerichtet, dass nicht jemand übermässig Daten herunterladen kann», sagt Urs Schach. Obwohl es sich beim Hot Spot im Amriville um ein leistungsfähiges Netz handelt, könnte ein zu üppiger Datentransfer die Geschwindigkeit beeinträchtigen.

Kontrolliertes Netz

Sie hätten sich die Frage nach einem freien WLAN-Zugang im Einkaufszentrum gut überlegt, sagt Urs Schach. Denn nach Gesetz sei der Anbieter verantwortlich, wenn über seinen Zugang verbotene Seiten aufgerufen würden. «Deshalb haben wir uns für einen weltweit operierenden Anbieter entschieden.» Dieser habe das Netz für entsprechende Inhalte gesperrt. Wer dennoch wiederholt versucht, über den Hot Spot verbotene Seiten aufzurufen, wird gesperrt. «Diese Sperre gilt dann nicht nur für den Hot Spot im Amriville sondern für alle Netze dieses Anbieters weltweit. «Uns gibt das die Sicherheit, dass über unser Netz kein Unfug getrieben wird. Und dass auch dem Jugendschutz Genüge getan wird.»

Verschiedentlich werde kritisiert, dass es Kindern und Jugendlichen mit modernen Handys, Tablet-PCs oder Laptops durch den freien Zugang zu leicht gemacht würde, abseits vom überschaubaren Rahmen in der Familie im Netz zu surfen. Urs Schach schüttelt den Kopf. «Dabei ist es heute für niemanden schwierig, sich irgendwo auf der Strasse in ein ungeschütztes Netz einzuloggen und auch auf Seiten zu surfen, die über unser System nicht aufgerufen werden können.» Urs Schach rät denn auch allen Privatpersonen, ihr WLAN zu verschlüsseln.

Nicht zurückverfolgen

Um dem Gesetz Genüge zu tun, müssen Zeit, Dauer und Gerätedaten aller, die sich ins Amriville-Netz einwählen, in einer Vorratsdatenspeicherung über sechs Monate aufbewahrt werden. Dennoch sei der Datenschutz gewährleistet, versichert Urs Schach. User und deren Bewegungen auf dem Netz würden nicht ausspioniert. Allerdings müsse sich jeder selber die Frage stellen, welche Arbeiten er im öffentlichen Raum erledigen wolle.

Auch am Sonntag

Obwohl bis jetzt keine Werbung für den freien Internet-Zugang im Amriville gemacht worden sei, würde die Zahl der Nutzer steigen. Es komme sogar vor, dass sich jemand am Sonntag ins Netz einlogge, obwohl die Reichweite des Amriville-Hot-Spots auf das Gebäude und den Vorplatz beschränkt ist. «Offenbar besteht ein Bedarf an dieser Dienstleistung.»

Das hat auch die Stadt erkannt. Derzeit ist der Stadtrat dabei, zu prüfen, ob an besonders frequentierter Lage nicht ein freier Hot Spot angeboten werden soll. In Frage käme etwa der Bereich Schwimmbad und Pentorama, die Bahnhofstrasse oder der Sportplatz. Die Abklärungen seien im Gange, ein Entscheid sei noch nicht gefällt worden, sagt Urs Schach, der im Stadtrat sitzt.

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