Zum 102. Geburtstag

ARBON. «Wenn ich schon im Pflegeheim sein muss – es ist nett hier.» Das stellte die 102jährige Olga Eichholzer-Brüschweiler auf die Frage fest, wie es ihr gehe. In einer festlichen roten Bluse sass sie am Tisch.

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Blumen vom Stadtammann für Olga Eichholzer. (Bild: Hedy Züger)

Blumen vom Stadtammann für Olga Eichholzer. (Bild: Hedy Züger)

«Wenn ich schon im Pflegeheim sein muss – es ist nett hier.» Das stellte die 102jährige Olga Eichholzer-Brüschweiler auf die Frage fest, wie es ihr gehe. In einer festlichen roten Bluse sass sie am Tisch. «Ist heute wirklich der 31. Oktober?» Dies liess sie sich von Heimleiterin Marlene Schadegg versichern. «Ja und? Der Geburtstag ist ein Tag wie alle anderen», das habe ihr Gatte immer gesagt.

Am letzten Oktobertag 1909, als die Bäume in farbigem Laub standen, erblickte in Roggwil die kleine Olga das Licht der Welt. Ihr gefiel die engere Heimat, sie verbrachte fast ihr ganzes Leben hier. Im aufstrebenden Arbon war auch damals viel los. Für Arbeit und Unterhaltung war gesorgt. Doch die junge Frau schloss sich dem Damen- und Töchterchor Stachen an, Singen war das Schönste. Ob sie weiss, dass «ihr» 110jähriger Chor erst seit kurzem kein Lied mehr erklingen lässt? Dafür erschien kurz vor dem Geburtstag der Damenchor und Olga Eichholzer sang mit heller Stimme viele Lieder mit. Die meisten Texte kannte sie auswendig.

Stadtammann Martin Klöti, der das hörte, stimmte sogleich ein Lied an und Olga Eichholzer sang mit. Er zog die alte Frau geschickt ins Gespräch und überreichte ihr prächtige Blumen.

Hedy Züger

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