Zulu trifft auf Jodel

Gemeinsam mit zwei ausländischen Volksmusikformationen tritt die Jodelgruppe Klancanto in Güttingen und Tägerwilen auf. Das Répertoire ist vielseitig und beinhaltet sogar ein afrikanisches Volkslied.

Ursula Gasser
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Die Jodelgruppe Klancanto: Brigitte Müggler, Paul Trinkler, Lukrezia Kubli-Rüegge, Jolanda Felix, Guido Rüegge und Ueli Rüegge. (Bild: pd)

Die Jodelgruppe Klancanto: Brigitte Müggler, Paul Trinkler, Lukrezia Kubli-Rüegge, Jolanda Felix, Guido Rüegge und Ueli Rüegge. (Bild: pd)

GÜTTINGEN. Jodeln ist befreiend. Aus diesem Grund liebt Guido Rüegge das Jodeln. Er ist Musikredaktor bei der SRF Musikwelle und Leiter der sechsköpfigen Jodelformation Klancanto. Er beschreibt seine Liebe zum Jodeln so: «Beim Jodeln kann man sich alles von der Seele singen, was einen grad so bedrückt.» Gejodelt wird nach Leibeskräften an diesem und nächsten Wochenende an zwei verschiedenen Konzerten. Die Jodelgruppe Klancanto tritt zuerst in Güttingen, dann in Tägerwilen für ein Konzert auf. Die Gruppe besteht aus sechs Mitgliedern, singt dreistimmig und ist eine Nachfolgeformation der bekannten Güttinger Jodelfamilie Rüegge.

Gäste aus Bayern und Tirol

Der Konzerttitel «Von hüben und drüben» hält, was er verspricht: An beiden Konzerten wird die Schweizer Jodelgruppe von einer ausländischen Formation ergänzt. Beim ersten Konzert in Güttingen – morgen Sonntag um 17 Uhr in der Kirche – ist dies die Familienmusik Biegel aus Bayern. Beim zweiten Konzert die Familienmusik Waldauf aus Tirol. Das Besondere an den beiden ausländischen Volksmusikformationen ist, dass alte Instrumente wie beispielsweise Zither und Harfe zum Einsatz kommen. «In der Schweiz sind diese Instrumente beinahe aus der Volksmusik verschwunden», erklärt Guido Rüegge.

Schweizer Volksmusik ist anders

Kennengelernt hat er beide Formationen an Gastauftritten der Jodelgruppe im Ausland. «Unsere Volksmusik unterscheidet sich in vielen Punkten von der deutschen oder österreichischen Volksmusik, was spannend und inspirierend ist.» Der Musikredaktor ist offen für Inspiration und Experimentieren mit dem klassischen Jodel. Er komponiert selbst und mag die Vielfalt. «Am Konzert spannen wir den Bogen von fröhlichen Naturjodelmelodien bis zum besinnlichen Volkslied», sagt er. Auch hier kommt ausländischer Einfluss zum Tragen: Ein österreichisches Volkslied wurde ins Schweizerdeutsche übersetzt, und ein südafrikanisches Lied wird in der Sprache der Zulu vorgetragen.

Konzerte: Sonntag, 22. Mai, 17.00 Uhr, Kirche Güttingen. Freitag, 27. Mai, 19.30 Uhr, evangelische Kirche Tägerwilen