Zufriedene Gäste sind ihr Antrieb

Die Umnutzung des alten Bahnhofs in Mannenbach in ein Café ist geglückt. Für Betreiberin Karin Länzlinger waren die ersten drei Jahre zwar ein Chrampf. Aber einer, der sich gelohnt hat.

Martina Eggenberger Lenz
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Das Team der Station-einzigartig: Claudia Hug, Christina Kraft und Chefin Karin Länzlinger. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Das Team der Station-einzigartig: Claudia Hug, Christina Kraft und Chefin Karin Länzlinger. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

MANNENBACH. Die «Station einzigartig» ist weitherum bekannt. Und das hat seinen Grund. Das Bistro im ehemaligen Bahnhof Mannenbach ist eine kleine Perle. Mit viel Liebe zum Detail hat Karin Länzlinger ihr Café eingerichtet und dekoriert. Die einstige Floristin ist ein äusserst kreativer Kopf. Was bei ihr serviert wird, ist immer ein kleines bisschen anders. Statt Schwarzwälder- gibt es Weisswäldertorte, auf jedes Muffin kommt ein Blümchen, Tee und Konfitüre sind ungewohnte Kompositionen und Produkte des eigenen Gartens. Alles aus der Küche ist selbst gemacht, die Zutaten stammen von regionalen Produzenten.

Deko-Shop löst Kiosk ab

Heimelig ist es im alten Wartesaal. Bauarbeiter essen hier Znüni, Frauen treffen sich zum Kaffee. Aktuell ist alles weihnachtlich dekoriert. Viele der Gegenstände sind von Karin Länzlinger selbst gemacht. Sie «verzaubert» gerne Sachen. Nimmt kleinen Alltagsschnickschnack, den sie auch in Brockenhäusern oder an Flohmärkten findet, und verziert ihn.

Die Wirtin hat gemerkt, wie gut ihrer Kundschaft das gefällt. Sie hat deshalb den Kiosk im Eingangsbereich der Station entfernt und an dessen Stelle einen Deko-Shop eingerichtet. So können die Gäste ein Stück «einzigartig» mit nach Hause nehmen. «Mittlerweile ist der Shop ein wichtiger Bestandteil meines Geschäfts», sagt Länzlinger. Im Angebot hat sie auch kleine Kunstwerke von anderen Kreativen aus der Region. Dass das Haus einst ein Bahnhof war, das sieht man auch heute noch gut. An den Wänden hängen Bähnlerutensilien wie eine alte Hausordnung, Vorstandsmützen und Fotos von früher. Allerdings sind das keine Fundsachen aus dem Estrich. «Gäste haben mir diese privaten Erinnerungsstücke gebracht», erzählt Karin Länzlinger.

Ihr Mann Hansjörg hat den Bahnhof vor vier Jahren gekauft. «Das Haus hat uns schon immer gefallen», sagt die Wirtin. Länzlingers sind bereits die dritten privaten Besitzer. Der Bahnhof ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Das Ehepaar hat das Gebäude um-, das Bistro eingebaut und im ersten und zweiten Stock je eine Ferienwohnung eingerichtet. Auch diese Räume sind liebevoll möbliert.

Gartenbeiz vergrössert

Das Besitzerpaar wohnt in Kesswil. Dort hat es vor dem Investment in Mannenbach bereits einige Jahre ein Bed and Breakfast betrieben. Mit der Gastronomie hatten Länzlingers aber eigentlich nichts am Hut. «Ich musste erst noch den Wirtekurs machen.» Unterstützt wird die Chefin von den zwei Festangestellten Christina Kraft und Claudia Hug. Wenn viel läuft, kommen ausserdem Aushilfen zum Zug. Es läuft oft viel. Besonders diesen Sommer, denn die Gartenwirtschaft des Bistros wurde erweitert.

Wenn die Geschäftsführerin auf ihre ersten drei Jahre in Mannenbach zurückblickt, bilanziert sie: «Es war eine herausfordernde und harte Arbeit. Aber der Aufbau eines solchen Geschäfts dauert einfach eine gewisse Zeit.» Der Kontakt zu den Menschen habe sie immer motiviert. «Das grösste Kompliment ist für mich, zu sehen, dass sich die Gäste wohl fühlen.»