Zu viel für eine kleine Strasse

ARBON. Auch wenn das grosse Bressan-Seegarten-Areal nicht aufs Mal überbaut werden wird: Anwohner haben keine Freude. Der Gestaltungsplan weckt Befürchtungen vor allem hinsichtlich Mehrverkehr. Das Quartier sei schon jetzt stark belastet.

Max Eichenberger
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Der Wendeplatz beim Bahnübergang: Über die Seemoosholzstrasse soll die Überbauung des Areals Seegarten (im Hintergrund) erschlossen werden. (Bild: Max Eichenberger)

Der Wendeplatz beim Bahnübergang: Über die Seemoosholzstrasse soll die Überbauung des Areals Seegarten (im Hintergrund) erschlossen werden. (Bild: Max Eichenberger)

Neun Wohnhäuser auf vier Terrassen sieht der Gestaltungsplan auf dem drei Hektare grossen Areal vor. Im Endausbau sind es 189 Wohneinheiten. Die Erschliessung über die Rüti-, See- und Seemoosholzstrasse wird ein ganzes Quartier belasten. «In sich wirkt die Überbauung nach den Plänen zwar schön. Für uns Anlieger bringt sie aber Probleme», spricht Marion Steckmann das Erschliessungskonzept an. Dafür sei insbesondere die Stichstrasse Seemoosholzstrasse nicht gedacht.

Kleine Strasse, 322 Einstellplätze

Über die Seemoosholzstrasse würden 170 Sammelparkplätze bei den Bauten der nördlichen Seeterrasse und deren 120 bei der südlichen Parkterrasse erschlossen. Ihr Gefälle wird entsprechend ausgenützt. Hinzu kämen 32 Besucherparkplätze.

«Das bringt hohe Verkehrsfrequenzen.» Heute schon diene das schmale Band nicht nur als Zufahrt zu den Wohnblöcken an der unteren Seemoosholzstrasse, sondern auch als Zugang zur Bahnstation Seemoosriet. Ausserdem gelangen so Spaziergänger und Velofahrer über den Bahndamm ins Erholungsgebiet an den See. «Darunter Schüler, Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Skater und Jogger», beobachtet Marion Steckmann.

Verkehrskonzept ungenügend

Ihre Bedenken teile eine grosse Hausgemeinschaft. Das Verkehrskonzept sei ungenügend. Es widerspreche den vorgegebenen Planungsgrundsätzen hinsichtlich Qualität und Abstimmung auf die Umgebung.

Die Gruppierung werde daher gegen den Gestaltungsplan Einsprache erheben, kündigen Marion Steckmann und Alfred Sonderegger an. Eine weniger belastende Alternative wäre eine Erschliessung über die Hotelzufahrt, die aber auszubauen wäre. Dies wäre aber mit Mehrkosten für den Grundeigentümer verbunden, der wohl deswegen diese Variante ausschlage, argwöhnt die Gruppe Anwohner.

Vor der Sonne

Diese handelten sich neben dem zusätzlichen Verkehr einen weiteren Nachteil ein: Die neue Seegarten-Siedlung stünde ihnen vor der Nachmittags- und Abendsonne. Heute rollt diese hinter den Wipfeln des Seemoosholzes in die Dämmerung.

Damit wurden schon Einsprachen gegen andere Überbauungen begründet: zuletzt – erfolglos – bei der Schäfliwiese schräg gegenüber dem Schwimmbad.

Quartier hängt an einer Strasse

Unstrittig ist, dass die geplante grosse Überbauung das Verkehrssystem strapaziert. Bereits in den letzten Jahren ist das grosse Wohnquartier zwischen Romanshornerstrasse und Bahn /See stark gewachsen – das Strassengerüst indes kaum. Seitdem die gefährliche Einmündung der oberen Seemoosholz- in die Romanshornerstrasse gekappt wurde, hängt praktisch das ganze Quartier am Erschliessungsstrang Rütistrasse. Auch der Industrie-/Gewerbeverkehr hat dort zugenommen.

Immerhin gibt es dort seit zwei Jahren einen Kreisel. Ein Nadelöhr bleibt die Rütistrasse zu verkehrsreichen Tageszeiten. Saisonal kommt der Verkehr vom Strandbad und Camping hinzu. Das neue Schulhaus, mit dessen Bau vor zwei Wochen begonnen worden ist, dürfte 2016 weiteren Verkehr bringen. Dass jetzt noch mehr hinzukommen soll, erachten die Seegarten-Anwohner als «sehr problematisch».

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