Zu früh fürs Altersheim

Für 125 Amriswilerinnen und Amriswiler begann dieses Jahr ein neuer Lebensabschnitt – die Pensionierung. Die Stadt lud die Jungsenioren zur Information ein.

Hugo Berger
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Die jungen Senioren von Amriswil möchten sich noch aktiv ins gesellschaftliche Leben einbringen, wie sie Stadtrat Erwin Tanner verraten. (Bild: Hugo Berger)

Die jungen Senioren von Amriswil möchten sich noch aktiv ins gesellschaftliche Leben einbringen, wie sie Stadtrat Erwin Tanner verraten. (Bild: Hugo Berger)

AMRISWIL. Die Bezeichnung Jungsenioren wird von einigen der rund 60 Gäste im Pentorama als «lustig» oder «schmeichelhaft» empfunden. Ein Teilnehmer sagte: «Als ich die Einladung zur Jungseniorenfeier bekam, dachte ich zuerst, es wäre ein Witz.»

Stadtrat Erwin Tanner sagte schmunzelnd: «Wir wollen die frisch Pensionierten nicht gleich mit dem Hammer erschrecken, sondern sie sanft auf ihren neuen Lebensabschnitt vorbereiten.»

«Wir bauen für Euch»

Ungewollt sorgte Tanner aber doch für eine kleine Erschütterung: Ein ablehnendes Raunen ging durch die Tischreihen, als er den derzeitigen Bau der Dementenabteilung und die Erweiterung des Alters- und Pflegezentrums Amriswil ansprechend sagte: «Wir bauen für Euch!» APZ-Leiter Dominique Nobel konnte indessen beruhigen: «Das durchschnittliche Eintrittsalter liegt bei 85 Jahren. Sie müssen sich also noch 20 Jahre gedulden.»

Die Vertreter der verschiedenen Organisationen, Institutionen und Vereine informierten die Gäste über die Aktivitäten und Dienstleistungen, die für ältere Menschen in Amriswil angeboten werden. Auch wurde deutlich, dass man mit 65 respektive 64 Jahren zumindest auf einem Gebiet, nämlich in der Freiwilligenarbeit, noch lange nicht zum alten Eisen zählt. «Wir suchen ständig freiwillige Helfer. Wenn Sie den Keller aufgeräumt und alle Fotos ins Album geklebt haben, melden Sie sich bitte», warb etwa Susanne Schwizer vom Gemeinnützigen Frauenverein Amriswil.

Keine Hemmungen

Auch die Kirche buhlte um die Senioren. Nach einem arbeitsreichen Leben frage sich wohl mancher Rentner und manche Rentnerin: War das alles? «Wenn Sie Sorgen haben, sprechen Sie mit einem Seelsorger. Und haben Sie keine Hemmungen, in die Kirche zu gehen. Denn heute ist die Atmosphäre ganz anders», versicherte der ehemalige Präsident der Katholischen Kirchgemeinde, Jean Egli.

Nach dem von der Stadt offerierten Nachtessen sorgten die «Wyfelder Luusbuebe» für musikalische Unterhaltung.