Zonenplan: Abstimmung in Etappen

Der Wuppenauer Gemeinderat beantragt den Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung Anfang April, den Steuerfuss um zwei Prozentpunkte auf 58 Prozent zu senken. Zu reden geben dürfte aber vorab der neue Zonenplan, über den mehrfach abgestimmt wird.

Simon Dudle
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Hanspeter Gantenbein Gemeindeammann Wuppenau (Bild: Nana do Carmo)

Hanspeter Gantenbein Gemeindeammann Wuppenau (Bild: Nana do Carmo)

WUPPENAU. Finanziell geht es der Gemeinde Wuppenau gut. Statt einem budgetierten Gewinn von rund 10 000 Franken resultierte 2013 ein etwas grösserer in der Höhe von 256 000 Franken. «Rund 20 Posten sind leicht besser ausgefallen als erwartet. Unter anderem gab es mehr Steuereinnahmen und einen Mehrbetrag bei den Baubewilligungsgebühren», sagt Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein.

Vom Gewinn sollen 160 000 Franken für Abschreibungen verwendet werden, zum Beispiel für die Schiessanlage, das Friedhofsgebäude oder die Gemeindefahrzeuge. Es bleiben danach nur noch einige wenige Posten in der Höhe von 620 000 Franken, bis alles in der Gemeinde abgeschrieben ist. Da man in Wuppenau über ein Guthaben von rund einer Million Franken verfügt, ist es für Gantenbein «ein Muss», den Steuerfuss zu reduzieren, nämlich um zwei Prozentpunkte auf 58 Prozent.

Ringleitungen sanieren

Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch nicht sicher erreicht und der Gemeindeammann kann sich vorstellen, dass der Steuerfuss in den kommenden Jahren nochmals um zwei bis drei Prozentpunkte gesenkt werden kann. Entscheidend wird diesbezüglich sein, ob Alleinerziehende und Familien künftig 3000 Franken Eigenbetreuungsabzug geltend machen können. Darüber wird im Kantonsrat schon demnächst beraten. Ist dies der Fall, was Gantenbein hofft, wird es wohl keine weitere Steuerfussreduktion geben.

Wie in anderen Gemeinden muss auch in Wuppenau investiert werden. Die Strassen sind ein Dauerbrenner, und der Gemeindeammann befürchtet, dass wegen der immer grösser werdenden Anzahl an «40-Tönnern» die Strassen in immer kürzeren Intervallen saniert werden müssen. Derzeit wird das Strassenkataster erneuert. Gantenbein wird in dieser Thematik demnächst einen Vorstoss im Kantonsrat machen, «weil das diskutiert werden muss». Investitionen stehen auch bei den Werken an, und die Ringleitungen müssen saniert werden. «Es geht hierbei um einige hunderttausend Franken, die wir teilweise schon zurückgestellt haben», sagt Gantenbein.

Die Steuerfusssenkung dürfte an der Gemeindeversammlung am 1. April für keine grossen Emotionen sorgen. Diese dürfte es dafür beim Thema «Zonenplan» geben. Über diesen wird abschliessend abgestimmt.

Drei Änderungen im Zonenplan

Drei Gebiete sorgten für geteilte Meinungen. Über diese wird darum einzeln befunden. Die erste Parzelle liegt in Hosenruck. Dort soll ein 750 Quadratmeter grosses Gebiet nahe des Restaurants Landhaus von der Landwirtschaftszone zur Dorfzone werden, um das Land dann besser für die Überbauung nutzen zu können.

Das zweite Gebiet liegt in Wuppenau neben dem Schulhaus. Der neue Zonenplan sieht vor, dass ein Stück Land flächenneutral verschoben wird. Hintergrund: Ein Sportplatz ist in Planung, allenfalls soll jenes Stück Land auch noch als Parkplatz dienen. Die dritte Parzelle liegt hinter dem Dorfmarkt, ist rund 6000 Quadratmeter gross und soll von der Landwirtschafts- in die Dorfzone wechseln. Dort sind Mietwohnungen geplant.

Alle Einsprachen abgewiesen

Gegen alle diese drei geplanten Umzonungen hat es Einsprachen gegeben, die vom Gemeinderat abgewiesen worden sind. Beschliesst der Souverän an der Gemeindeversammlung den Ideen des Gemeinderates zu folgen, haben die Einsprecher die Möglichkeit, beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau Beschwerde einzulegen.