ZOFF IN BISCHOFSZELL: Mattle will Polemik vermeiden

BISCHOFSZELL. Die Querelen um den Stadtschreiber gingen ihm nahe, sagt Stadtammann Josef Mattle. Auch hat er nicht mit der Gegenkandidatur seines Vize gerechnet. Er lässt sich aber nicht davon abhalten, weiter im Amt zu bleiben.

Urs Bänziger
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Trotz Kritik an seinem Führungsstil und der Gegenkandidatur will Josef Mattle Stadtammann bleiben. (Bild: Nicolas Senn)

Trotz Kritik an seinem Führungsstil und der Gegenkandidatur will Josef Mattle Stadtammann bleiben. (Bild: Nicolas Senn)

Stadtammann Josef Mattle hat gestern kurzfristig eine Medienkonferenz einberufen und zu dieser auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Rathaus eingeladen. Sie seien aus freien Stücken hier, sagten die zehn Angestellten, die gekommen waren. Der plötzliche Weggang von Stadtschreiber Beat Müller beschäftigt das Verwaltungspersonal. «Ich werde in meinem Umfeld viel darauf angesprochen», so der Leiter des Einwohneramts, Michael Christen.

Verhältnis zu sehr zerrüttet

Die Freistellung von Müller sei bedauerlich, sagt Mattle. Doch das Verhältnis zwischen ihm und dem Stadtschreiber sei so zerrüttet gewesen, dass es sich nicht mehr habe bereinigen lassen. «Mir geht es jetzt darum, dass der politische Wirbel, der entstanden ist, nicht die Stimmung im Rathaus vermiest.» Er wolle vermeiden, dass das Ganze in eine Polemik ausarte. «Das haben die Mitarbeitenden der Stadt nicht verdient.

» Er wolle sich hier und heute nicht rechtfertigen. «Über einen Führungsstil kann man diskutieren. Ich pflege einen, der eigentlich alles zulässt. Die Mitarbeitenden können immer und mit allem zu mir kommen.»

Josef Mattle bestätigte gestern die Aussage von Vizestadtammann Christian Steiner, dass schon 2001 und 2004 zwei Mitarbeitende seinen Führungsstil als Kündigungsgrund angegeben hätten.

Dass sein Vize nun sein Gegenkandidat um das Stadtammannamt ist, damit hat Mattle nicht gerechnet, nachdem er von der Interpartei das Feedback erhalten habe, dass es keine Kampfwahl geben werde.

Wahlkampf auf sachlicher Ebene

Trotz Kritik an seinem Führungsstil und der Gegenkandidatur will Mattle auch in der kommenden Amtsperiode Stadtammann von Bischofszell bleiben.

Er will einen Wahlkampf auf sachlicher Ebene führen und «nicht andere fertigmachen, sondern die eigenen Vorzüge hervorheben».

Im Sinne von Bischofszell

Die Kampfwahl zwischen ihm und Steiner dürfe die Arbeit und Aufgaben des Stadtrates nicht tangieren, so Mattle. «Wer ein politisches Amt ausübt, muss über der Sache stehen und weiter im Sinne von Bischofszell entscheiden können.» Da Finanzverwalter Julius Schulthess der Stellvertreter des Stadtschreibers ist, wird er einen Grossteil der anfallenden Arbeit übernehmen.

Die Stelle soll so schnell wie möglich wieder besetzt werden; sei es durch eine öffentliche Ausschreibung oder ein Berufungsverfahren, wie Mattle gestern mitteilte.

Entscheid über Analyse

Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erklärten, dass die momentane Situation nicht einfach für sie sei. Dennoch gefalle ihnen ihre Arbeitsstelle. Das Arbeitsklima beschreiben sie als gut.

Konkreter und anonym dazu äussern soll sich das Stadtpersonal in einer Analyse durch eine externe Firma. Nachdem eine erste Offerte wegen der Kosten vom Stadtrat abgelehnt worden sei, lägen jetzt weitere Angebote vor. Diese will der Stadtammann dem Stadtrat an der Sitzung vom 19. Oktober vorlegen.

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