Zimmer nicht mehr zeitgemäss

KREUZLINGEN. Die Baupläne des Alterszentrums Kreuzlingen gehen in die nächste Etappe. Nach dem Neubau haben die Genossenschafter an der Versammlung auch die Sanierung des Altbaus für rund 16 Millionen bewilligt.

Nicole D'orazio
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Die markante Treppe im Alterszentrum kommt bald weg. (Bild: Donato Caspari)

Die markante Treppe im Alterszentrum kommt bald weg. (Bild: Donato Caspari)

Bald heisst es Koffer packen. Der Neubau des Alterszentrums Kreuzlingen ist im Oktober bezugsbereit. Dann werden die Bewohner der 60 Zimmer des Altersheims in den Neubau zügeln. Denn der Altbau muss dringend saniert werden, da er die Vorschriften des Kantons nicht mehr erfüllt. Rund 16 Millionen Franken kosten die Sanierung und der Umbau. 13,3 Millionen sind für den Bettentrakt vorgesehen, 1,5 Millionen für die Sanierung der Küche sowie 1,1 Millionen für die Erweiterung der Cafeteria und des Mehrzwecksaales.

«Das Gebäude aus dem Jahre 1974 ist ein typischer Zeitzeuge und gehört zu den überragenden Bauten in Kreuzlingen aus dieser Zeit», sagte Architekt Hubert Bischoff an der Generalversammlung am Montagabend. «Wir werden dementsprechend sorgfältig mit dem Bau umgehen.» Damals sei bei der Isolation aus heutiger Sicht schlecht gebaut worden. Das bedinge, dass die ganze Haustechnik auf den neusten Stand gebracht werden muss. «Bisher gab es zum Beispiel keine Lüftung. Das ändern wir», beschreibt er die Baupläne.

Bisher nicht hindernisfrei

Die 60 Zimmer des Altersheims werden alle saniert. Vor allem die Nasszellen entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. «Neu gibt es in allen Zimmern eine Dusche. Natürlich werden sie hindernisfrei sein, was bisher nicht der Fall war», sagte Bischoff. Auch die Erdbebensicherheit sei nach der Sanierung neu gewährleistet.

Im Innern des Altbaus wird sich ebenfalls einiges ändern: Der Haupteingang wird an die Westseite verschoben. Und das markante Treppenhaus kommt weg. «Auf den Etagen fehlen Aussenräume», sagte Bischoff. «Mehr Platz können wir nur schaffen, indem wir den Luftraum schliessen.» So werden künftig Aktivitäten ausserhalb der Zimmer möglich.

Geplantes Defizit bis 2020

Die rund 16 Millionen Franken will die Genossenschaft mit 4,8 Millionen Eigenmitteln und den Rest durch Aufstockung der Hypothek finanzieren. «Die Kostenschätzung weist eine Genauigkeit von plus/minus zehn Prozent auf», sagte Präsident Carl Ruch. «Der Betrag sollte eher noch nach unten korrigiert werden, die 16 Millionen aber sicher nicht übersteigen.» Der Finanzplan des Alterszentrum sehe wegen der Bauvorhaben bis 2020 jeweils ein Defizit von rund 120 000 Franken vor. «Danach haben wir alles wieder im Griff.»

Die Pläne kamen bei den 87 anwesenden Genossenschaftern gut an. Nicht aber, dass sie keine Informationen erhielten. «Ich kann doch nicht ohne Unterlagen über 16 Millionen abstimmen», fand Barbara Hummel. Sie stellte den Antrag auf Rückweisung. Dieser blieb aber mit nur acht Ja-Stimmen chancenlos. Die Versammlung stimmte der Sanierung schliesslich grossmehrheitlich zu.

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