ZIHLSCHLACHT-SITTERDORF: Steuerfuss bleibt gleich

Mit rund 150000 Franken fällt das Defizit im Budget 2018 der politischen Gemeinde moderat aus. Es ist auch genügend Eigenkapital vorhanden, um den Verlust problemlos abzufedern.

Georg Stelzner
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Gemeindepräsidentin Heidi Grau auf dem Balkon des künftigen Gemeindehauses an der Bernhauserstrasse. (Bild: Georg Stelzner)

Gemeindepräsidentin Heidi Grau auf dem Balkon des künftigen Gemeindehauses an der Bernhauserstrasse. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Gemeindepräsidentin Heidi Grau sieht den Kurs des Gemeinderates bestätigt. Das richtige Gespür im Umgang mit dem Steuerfuss trägt jetzt Früchte. Zihlschlacht-Sitterdorf wird im nächsten Jahr für die Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe – gemeint ist die frühere Sozialhilfe – zwar tiefer in die Tasche greifen müssen, dabei aber nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Ertragsüberschüsse in den vergangenen Jahren haben es der Gemeinde ermöglicht, ein finanzielles Polster anzulegen. «Wir haben nun genügend Mittel, um Verluste ohne Steuerfusserhöhung verkraften zu können», schildert Heidi Grau die aktuelle Situation. Das Eigenkapital belaufe sich auf 5 Millionen Franken, davon seien 1,9 Millionen Franken frei verfügbar.

Sozialhilfe, Pflege und Gemeindestrassen

Der auf einem unveränderten Steuerfuss von 55 Prozent basierende Voranschlag für 2018 rechnet mit einem Defizit von 153540 Franken. Für ein ausgeglichenes Budget wären 58 Prozent nötig. Nach den Worten Graus machen sich vor allem die Gesetzliche wirtschaftlichen Hilfe (+ 17 Prozent gegenüber dem Budget 2017) und die Restfinanzierung der stationären Pflegeversorgung in Heimen (+ 3 Prozent) negativ bemerkbar. Ins Gewicht fällt gemäss Grau auch der Aufwand für den Unterhalt der Gemeindestrassen: 350000 Franken sind dafür in der Laufenden Rechnung vorgesehen, 420000 Franken in der Investitionsrechnung.

Die Finanzkennzahlen hätten sich leicht verschlechtert, räumt Heidi Grau ein, böten aber noch keinen Anlass zur Besorgnis. Ein Selbstfinanzierungsgrad von rund 45 Prozent gilt zwar als ungenügend und mahnt zur Zurückhaltung bei künftigen Investitionen, doch Heidi Grau gibt zu bedenken, dass der betreffende Wert im relevanten Sechs- jahresschnitt noch immer sehr gute 218 Prozent betrage. Beim Steuerertrag zu 100 Prozent pro Einwohner liege Zihlschlacht-Sitterdorf weiterhin deutlich über dem kantonalen Durchschnitt.

In der Investitionsrechnung fallen 115000 Franken für das EW Blidegg auf. Dieser Betrag wird laut Heidi Grau für die dringende Ersetzung von Komponenten in der Schaltanlage der Messstation Degenau bereitgestellt. Um der Gefahr eines Stromschlages oder Brandes vorzubeugen, sind derzeit noch komplizierte, aufwendige Manipulationen nötig. «Das kann kein Dauerzustand sein», sagt die Gemeindepräsidentin.

Gemeindeversammlung

Mittwoch, 22. November, 20 Uhr; Mehrzweckhalle, Zihlschlacht.