ZIHLSCHLACHT-SITTERDORF: «Ein wunderbares Gefühl»

Heute in zwei Wochen wählt der Grosse Rat des Kantons Thurgau Heidi Grau zu seiner Vorsitzenden. Die Vorfreude bei der FDP-Politikerin und Gemeindepräsidentin ist gross.

Georg Stelzner
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Heidi Grau-Lanz, Gemeindeoberhaupt von Zihlschlacht-Sitterdorf und nächste Thurgauer Grossratspräsidentin. (Bild: Georg Stelzner)

Heidi Grau-Lanz, Gemeindeoberhaupt von Zihlschlacht-Sitterdorf und nächste Thurgauer Grossratspräsidentin. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

«Mein oberstes Ziel beim Einstieg in die Politik war es nie, einmal dieses Amt zu bekleiden, aber die Nominierung durch meine Fraktion freut mich jetzt natürlich sehr», sagt Heidi Grau. Für sie persönlich, aber auch für die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf sei diese Wahl eine grosse Ehre. «Es ist ein wunderbares Gefühl.» Als Vizepräsidentin des Kantonsparlaments konnte sich Heidi Grau ein Jahr lang auf den Höhepunkt ihrer politischen Karriere vorbereiten. Unterschätzen wird sie die neue Aufgabe trotzdem nicht. «Ich habe grossen Respekt davor», versichert die Politikerin, die dem Grossen Rat seit dem Jahr 2004 angehört.

Als erfahrene Parlamenta­rierin weiss Heidi Grau genau, was von ihr in der Funktion der «höchsten Thurgauerin» erwartet wird. Nicht nur in fachlicher, sondern auch in menschlicher Hinsicht. Man müsse am Kontakt mit anderen Leuten Freude haben und bereit sein, den Kanton bei unterschiedlichsten Gelegenheiten würdevoll zu vertreten, sagt die designierte Grossratspräsidentin. Aufs Glatteis werde sie sich dabei nicht begeben, ist Heidi Grau überzeugt: «Ich bin anpassungsfähig und kann mich gut auf neue Situationen einstellen.»

Die Doppelfunktion dauert ein Jahr

Zuversichtlich stimmt Heidi Grau nicht nur das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. «Wer eine solche Funktion erfolgreich ausüben will, braucht ein gutes berufliches und familiäres Umfeld, und das habe ich auf jeden Fall», betont sie im Wissen um die zusätzliche Belastung. Von Ehemann Peter bekomme sie uneingeschränkte Unterstützung, und auf den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung könne sie sich hundertprozentig verlassen. Sie gehe davon aus, dass die vorübergehende Doppelfunktion als Präsidentin der Gemeinde und des Grossen Rates keine negativen Auswirkungen haben wird. «Die Einwohner können beruhigt sein, Zihlschlacht-Sitterdorf wird bestimmt nicht vernachlässigt.»

Als Grossratspräsidentin wird Heidi Grau während der Parlamentssitzungen auf persönliche Stellungnahmen zu politischen Geschäften verzichten müssen. In dieser Funktion ist sie zu Neutralität verpflichtet. Als Verlust empfindet Heidi Grau das nicht, im Gegenteil: «Ich freue mich auf diesen spannenden Sichtwechsel, und abstimmen werde ich ja nach wie vor dürfen.» Auch die weitere Verknappung der Freizeit nimmt sie ohne Wehmut in Kauf.

Glanz des Amtes färbt auf Gemeinde ab

Heidi Grau freut sich auch für Zihlschlacht-Sitterdorf. Die Gemeinde werde ihren Bekanntheitsgrad steigern und davon auf die eine oder andere Weise profitieren können, prophezeit die Politikerin. Es sei schön und Ausdruck einer lebendigen Demokratie, dass auch kleinere Gemeinden die Chance hätten, einen Präsidenten respektive eine Präsidentin des Kantonsparlaments zu stellen. Ein gesundes Mass an Lokalstolz sei absolut in Ordnung. «In den letzten Wochen habe ich davon schon etwas gespürt, vor allem bei politisch interessierten Leuten.» Heidi Grau hofft, viele Einwohner an der Wahlfeier begrüssen zu können. Das Programm kenne sie selber noch nicht; der Gemeinderat bereite den Anlass vor und wolle die ­Gäste überraschen.