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ZIHLSCHLACHT: Hier werden Betroffene verstanden

Mit einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Sommerfest feierte das Wohnheim Sonnenrain sein 20-jähriges Bestehen.
Barbara Hettich
The Wheelchairs zeigen auf der Festbühne, was sie drauf haben. (Bild: Barbara Hettich)

The Wheelchairs zeigen auf der Festbühne, was sie drauf haben. (Bild: Barbara Hettich)

Barbara Hettich

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Auf der Bühne im grossen Festzelt wird gerockt und gejodelt, Hits von Frank Sinatra und den Rolling Stones hat die Sonnenrain-Band The Wheelchairs allemal drauf, und mit «Guantanamera» sorgt das Ensemble für beste Stimmung unter den Gästen des Sommerfestes. Eines zeigen The Wheelchairs eindrücklich: Auch mit einer neurologischen Beeinträchtigung, mit einer Hirnverletzung, kann das Leben sehr viel Spass machen.

Viel Spass bereitete auch das anschliessende Konzert des Dani Felber Jazzquartetts sowie die Einlagen des Zauberduos Domenico, und dazu wurden noch handsignierte Artikel bekannter Sportgrössen versteigert.

Zuhause für 50 Menschen mit Hirnverletzung

Seit 20 Jahren gibt es das Wohnheim Sonnenrain, das mittlerweile rund 50 Menschen mit einer Hirnverletzung ein Daheim bietet. Ein guter Grund zu feiern. «Daheim ist dort, wo man verstanden wird», sagte Heidi Grau, Grossratspräsidentin und Gemeindepräsidentin von Zihlschlacht, in ihrem Grusswort ­ zum Jubiläum. Sie sei tief beeindruckt, wie die Menschen hier ihren Alltag gestalten.

Auf die Unversehrtheit eines Menschen könne man keinen Einfluss nehmen, beeinflussen könne man aber, dass sich die Menschen in Zihlschlacht wohl fühlen. Eine grosse Rolle spielten dabei auch die kantonalen Leistungen. Vielleicht sei dies nicht jedem im Parlament während den Budgetberatungen bewusst, aber das wäre vielleicht auch zu viel verlangt, sagte Heidi Grau weiter.

Der Kanton gibt jährlich 70 Millionen Franken aus

Regierungsrat Jakob Stark überbrachte die Grüsse der Regierung. Diese Menschen müssten mit ihrer Beeinträchtigung, mit ihrem Schicksal leben lernen. Es sei wichtig, dass sie dies in einer wohlwollenden und würdigen Umgebung tun können. «Die Stärke einer Gesellschaft misst sich am Wohl der Schwachen», zitierte er aus der Bundesverfassung. Der Kanton gebe jährlich für Wohnheime und Werkstätten 70 Millionen Franken aus «und dieses Niveau wollen wir auch halten», versprach Regierungsrat Jakob Stark. Neben dem Staat brauche es aber auch Menschen, die sich kümmern, die Stiftungen gründen und Wohnheime ins Leben rufen.

Träger des Wohnheims Sonnenrain ist eine Stiftung, die Stiftungspräsidentin Marie-Kathrin Saladin-Echle blickte auf die vergangenen 20 Jahre zurück, erzählte, wie sie gemeinsam mit Jakob Etter beschlossen habe, das Rotationskapital für das Wohnheim aufzutreiben. Das Sonnenrain stehe heute auf finanziell stabilen Füssen. Sie dankte dem langjährigen Heimleiter Peter Schumacher für seine grossartige Arbeit. Peter Schumacher ist die Seele des Wohnheims Sonnenrain, er steht mittendrin. Am Jubiläumsfest war er ein vielbeschäftigter Mann, alle wollten ihm die Hand schütteln, mit ihm ein paar Worte wechseln. Sein Leitbild für die tägliche Arbeit: Liebenswürdigkeit und ein respektvoller Umgang mit den Mitmenschen, mutig etwas ausprobieren und sich nicht immer nur an Lehrbücher halten.

Was ihn an seiner Arbeit mit hirnverletzten Menschen fasziniert: «Ein Tag ist nie wie der Vortag, es gibt immer wieder Überraschendes zu erleben.» Was ihn an seiner Arbeit stört: «Dass wir so viele Bögen Papier ausfüllen müssen, um uns zu beweisen.»

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