ZIHLSCHLACHT: Die Samtpfoten vom Hudelmoos

Im Naturschutzgebiet unweit des Dorf s tauchten Ende Juli eine Kätzin und zwei erwachsene Junge auf. Für Tierschützer Reinhold Zepf besteht kein Zweifel, dass die Tiere ausgesetzt worden sind.

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Tierschützer Reinhold Zepf. (Bild: Georg Stelzner)

Tierschützer Reinhold Zepf. (Bild: Georg Stelzner)

Reinhold Zepf, Präsident des Tierschutzvereins Bischofszell-Weinfelden und Umgebung und des Thurgauischen Tierschutzverbandes, hatte in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Es war nicht nur der Fall des Pferde­quälers von Hefenhofen, der ihn auf Trab hielt. Als Tierschützer muss sich Zepf auch mit weniger publizitätsträchtigen Gesetzesverstössen beschäftigen – zum Beispiel mit der Aussetzung von Tieren. So wurde er zuletzt von mehreren Tierfreunden auf Katzen aufmerksam gemacht, die sich seit Tagen am Rande des Natur- schutzgebietes Hudelmoos aufhielten und Futter suchten.

Zepf begab sich ins Hudelmoos und traf in der Nähe des dortigen Parkplatzes tatsächlich auf drei zahme, zutrauliche Katzen – alle mit einem Halsband, aber keinem Chip. Den erfahrenen Tierschützer machten diese Fakten stutzig. Inzwischen ist er überzeugt, dass die Tiere absichtlich zurückgelassen wurden. Verständnis hat Zepf dafür nicht. Ungeachtet der Begleitumstände gebe es für ein solches Verhalten keine Entschuldigung oder gar Rechtfertigung, betont er. Niemand sei heute mehr gezwungen, Tiere auszusetzen. «Wir sind ­immer bereit zu helfen, wenn jemand ein Problem hat; deswegen braucht sich niemand zu schämen», sagt Zepf und verweist darauf, dass das Aussetzen oder ­Zurücklassen von Haustieren mit dem Ziel, sich dieser zu entledigen, einen Gesetzesverstoss darstelle und strafbar sei.

Im Hinblick auf eine präventive Wirkung lässt es Zepf nicht bei Appellen bewenden. «Ich erstatte Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts auf Tierquälerei.» Die drei Katzen vom Hudelmoos befinden sich mittlerweile in der Obhut des Tierschutzvereins. Um künftigem Elend vorzubeugen, werden sie auf Kosten des Tierschutz­vereins kastriert. Sorgen bereitet Zepf nun etwas anderes. Die Zitzen der Kätzin deuten darauf hin, dass Nachwuchs zur Welt gekommen ist. Doch wo? Die schwierige Suche im Hudelmoos ist laut Zepf bisher erfolglos verlaufen.

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch