ZIHLSCHLACHT: Bereit für Giger, Bless und Orlik

Am 30. April findet auf einem Gelände in Wilen das Thurgauer Kantonale Schwingfest statt. Für die 112. Auflage der Veranstaltung zeichnet ein von Markus Hinrichs präsidiertes OK verantwortlich.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
OK-Präsident Markus Hinrichs blickt der Grossveranstaltung gelassen entgegen. (Bild: Andrea Stalder)

OK-Präsident Markus Hinrichs blickt der Grossveranstaltung gelassen entgegen. (Bild: Andrea Stalder)

Georg Stelzner

georg.stelzner

@thurgauerzeitung.ch

Markus Hinrichs, wie fühlen Sie sich drei Wochen vor dem grossen Tag?

Danke, gut. Gewisse kleine Hürden sind noch zu meistern, aber dabei handelt es sich um nichts Gravierendes mehr. Wir sind im Zeitplan und hoffen, auch den Festführer noch vor Ostern herausbringen zu können.

Der STV Zihlschlacht ist vor allem durch seine Korbballteams bekannt. Wie kam es dazu, dass man jetzt ein Schwingfest organisiert?

Schwingen hat in unserem Turnverein eine grössere Tradition als Korbball. Das letzte «Kantonale» haben wir 1986 anlässlich unseres 75-Jahr-Jubiläums durchgeführt. Das ist schon längere Zeit her. Wir haben eine neue Herausforderung gesucht und uns um die Durchführung beworben.

Welche Voraussetzungen müssen dazu erfüllt werden?

In erster Linie braucht man ein OK mit engagierten Mitgliedern. Wir arbeiten alle im Frondienst, also unentgeltlich. Von Vorteil ist es, wenn man die Szene kennt. Das tun wir. Für die Durchführung selber sind dann eigentlich nur noch zwei Dinge nötig: eine grosse Wiese und viel Fantasie.

Welches sind die grössten Schwierigkeiten bei der Vor- bereitung der Veranstaltung?

Wichtige Punkte sind die Fragen rund um den Verkehr und die Sicherheit. Da gilt es, eine Vielzahl von gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Eine grosse Bedeutung hat auch alles, was mit der Infrastruktur zusammenhängt.

Wie viele Leute sind an der Vorbereitung und Durchführung des Anlasses beteiligt?

Das OK besteht aus 18 Mitgliedern, wovon nur zwei nicht aus dem Turnverein stammen. Dazu kommt ein sechsköpfiges Gabenkomitee. Am Fest selber werden von halb sechs Uhr morgens bis in die Abendstunden rund 500 freiwillige Helfer im Einsatz sein. Wir dürfen dabei auf die Unterstützung durch befreundete Vereine zählen. Eine grosse Herausforderung wird die Mittagszeit sein, in der 1200 Leute am Bankett sowie alle anderen Besucher verpflegt werden müssen.

Was hat den Ausschlag für Wilen als Standort gegeben?

Es gibt dort ein Gelände, das den Anforderungen entspricht: Es ist gross, flach und gut zugänglich. Das Land gehört Ivo Hengartner, der selber als Aktiver am Schwingfest teilnehmen wird.

Wie sieht es mit der Finanzierung des Schwingfestes aus?

Das ursprüngliche Budget konnten wir nicht einhalten, weil die Veranstaltung wegen des stei­genden öffentlichen Interesses immer grössere Dimensionen angenommen hat. Der grösste Kostenfaktor neben dem Gaben- tempel ist die Infrastruktur. Ohne Sponsoren wäre die Durchführung gar nicht möglich.

Wie viele Teilnehmer und Zuschauer werden erwartet?

Es werden 160 bis 170 Schwinger antreten. Das Publikumsinteresse hängt auch von den äusseren Bedingungen ab, wobei die Tribünenplätze erstmals an einem Thurgauer Schwingfest überdacht sein werden. Schönes Wetter vorausgesetzt, gehen wir von mindestens 4500 Besuchern aus.

Wer werden die bekanntesten Schwinger sein?

Armon Orlik, Beat Clopath, Michael Bless und Markus Kuster sowie die Thurgauer Samuel Giger, Dominic Schneider und Tobias Krähenbühl. Es haben sich mehr als zehn «Eidgenossen», also Schwinger mit eidgenössischem Kranz, angemeldet.

Wem würden Sie den Sieg denn besonders gönnen?

Ich gönne grundsätzlich jedem Schwinger den Erfolg. Schön wäre es natürlich, wenn der Festsieger nach langer Pause wieder einmal aus dem Kanton Thurgau kommen würde.

Was zeichnet den Schwingsport im Speziellen aus?

Freundschaft und Respekt haben einen besonders hohen Stellenwert. Die Kameradschaft dauert über den Wettkampf hinaus an. Speziell an Schwingfesten ist, dass auf dem Wettkampfareal keinerlei Werbung erlaubt ist.

Wann ist das Schwingfest für Sie und das OK ein Erfolg?

Wenn die Veranstaltung unfallfrei verläuft und am Ende alle – Wettkämpfer, Besucher und Helfer – eine positive Bilanz ziehen.

Kann das Schwingfest in Zihlschlacht auch eine nachhaltige Wirkung haben?

Ich glaube schon. Eine erfolgreiche Durchführung erfüllt alle Beteiligten mit Stolz. Die Resonanz im Dorf ist gross, alle scheinen sich auf das Ereignis zu freuen. Wir sind bei der Vorbereitung mit unseren Anliegen überall mit offenen Armen empfangen worden. Zum Teil machen Leute sogar Ferien, um bei der Durch- führung mithelfen zu können.

Webseite des Schwingfestes

www.schwingen17.ch