Zier- wird zur Problempflanze

Als Zierpflanze nach Europa importiert, ist die nordamerikanische Goldrute heute zunehmend verwildert und ein ökologisch bedrohliches Problem.

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KREUZLINGEN. Goldgelb blühen zurzeit die verwilderten amerikanischen Goldruten in Auen und Waldlichtungen. Entlang von Flüssen und Bächen, Eisenbahndämmen und Strassenböschungen. Die invasiven Neophyten verbreiten sich rasant, verdrängen wertvolle einheimische Pflanzen und bilden Monokulturen: Sie stellen ein teures und ökologisch bedrohliches Problem dar.

Sozialprojekt im Einsatz

Zwar ist der Verkauf und das Pflanzen von amerikanischen Goldruten und anderer invasiver Arten verboten, die weitere Ausbreitung kann aber nur durch arbeits- und kostenintensives Bekämpfen durch Kanton, Gemeinde und gemeinnützige Organisationen eingeschränkt werden. In Kreuzlingen wendet allein das Sozialprojekt jährlich 180 Stunden für das Ausreissen der unerwünschten Pflanzen auf. Hinzu kommen die Aufwände von Mitarbeitern der städtischen Werkbetriebe, des Forstes oder weiterer betroffener Organisationen wie den SBB oder des kantonalen Tiefbauamtes.

Andere Pflanzen als Ersatz

Obwohl die Gefahr der Verbreitung mit dem Entfernen und korrekten Entsorgen der Blütenstände vor der Samenreife eingeschränkt werden kann, ist der beste Weg, die unkontrollierte Verbreitung zu verhindern und die teure Bekämpfung zu vermeiden, diese Pflanzen weder in den Verkauf zu bringen noch zu pflanzen. Als Ersatz für Goldruten bietet sich das Johanniskraut an, Kirschlorbeer kann durch gemeinen Liguster oder Eiben ersetzt werden. Der Kanton Thurgau und Pro Natura haben dazu Informationsbroschüren bereitgestellt. (red.)