Zeit genug für Zukunftsplanung

ROMANSHORN. «So macht Wahlkampf Spass», freute sich David H. Bon nach seiner letzten Freitagsveranstaltung. Gute Ideen für eine Zwischennutzung der Leerräume im Zentrum seien vorhanden.

Alois Degenhardt
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Mit Interesse begutachteten die Besucherinnen und Besucher die Vorschläge der Arbeitsgruppen. (Bild: Alois Degenhardt)

Mit Interesse begutachteten die Besucherinnen und Besucher die Vorschläge der Arbeitsgruppen. (Bild: Alois Degenhardt)

In seinem Wahlkampf hat David H. Bon ein Thema aufgegriffen, das den Romanshornerinnen und Romanshornern unter den Nägel brennt: vor allem im Hafenbereich und im Zentrum sollten nach seiner Ansicht Sofortmassnahmen ergriffen werden, die eine Zwischennutzung der Areale und Liegenschaften ermöglichen, ohne künftige Grossprojekte zu verhindern. Jetzt müsse vor allem Zeit für eine langfristige Planung gewonnen werden.

Buntes Gemisch

Gespannt verfolgten Mitglieder des Wahlkomitees und interessierte Besucherinnen und Besucher zunächst das Impulsreferat von Peter Pfister, der als Mitglied des spezialisierten Planungsbüros NRS-Team in Zürich und Baar Projekte in der ganzen Schweiz betreut. Er führte zahlreiche Beispiele für die Zwischennutzung von Liegenschaften – vor allem in den Zentrumsgebieten – auf, die gut bis sehr gut rentieren.

Die Nutzer agieren oft im Graubereich und setzen sich aus einem bunten Gemisch von kreativen Handwerkern, Kleinunternehmen, Vereinen und Lokalen zusammen. Ungenutzte Brachen gebe es praktisch nicht, so lange die Mietpreise stimmen und mit minimalen Investitionen und wenig Unterhalt gearbeitet werden könne.

Spezielle Bedingungen

Auch im Randgebiet Oberthurgau sei er nach einem bis maximal drei Telefongesprächen in Kontakt mit den Liegenschaftsbesitzern, ergänzte David Bon.

Ihn habe ursprünglich die Entwicklung der ehemaligen Alkoholverwaltung inspiriert. Auch wenn die Zwischennutzung nur von kurzer Dauer war, hätten ihm die kurzfristigen Aktivitäten in diesem Bereich die Augen geöffnet.

Ein kritischer Besucher äusserte allerdings Bedenken: gerade unter den Bedingungen einer Kleinstadt sei es für Liegenschaftsbesitzer vor allem wichtig, kurzfristig und ohne die Belastungen durch Zwischennutzer auf Kaufangebote reagieren zu können.

Zudem werde im kleinräumigen Ladengebiet Bahnhofstrasse/Alleestrasse ein negativer Einfluss unkonventioneller Nutzung auf die langjährigen Geschäfte befürchtet.

Trotzdem fanden sich schnell Arbeitsgruppen zusammen, die einen bunten Strauss von Ideen zur kurzfristigen Zwischennutzung der Hotels Bodan und Bahnhof, des Hauses Volksgarten, Liegenschaft Jelmoli oder Hafenareal zu Papier brachten.

Vieles wurde schon früher diskutiert, anderes an anderen Orten praktiziert. Wichtig sei es, das Zentrum mit Leben zu füllen, hielten diese Arbeitsgruppen fest und regten Mal- und Gestaltungsateliers, Kunstgalerien, Velo-Herbergen, Fitnessanlagen, Treffpunkte für Jugend oder Senioren, Tanzschuppen oder Internet-Cafes an.

Auch ein Bauernmarkt mit Direktvermarktung regionaler Produkte sei in diesem Bereich vorstellbar.

Auf Machbarkeit prüfen

«Alle Vorschläge werden auf ihre Machbarkeit überprüft», versprach David H. Bon. «Wenn man weiss, dass Leerstand und Zwischennutzung in der Schweiz durchschnittlich knapp 13 Jahre betragen, lohnt sich der Aufwand», zitierte er eine Statistik von Peter Pfister, der als Spitzenreiter 22 Jahre Leerstand Saurer-Areal in Arbon aufgeführt hatte.

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