Xentrum-Kässeli füllt sich

KREUZLINGEN. Die Stadt Kreuzlingen rechnet für 2013 mit einem Überschuss von 440 000 Franken. Das gibt Luft für Grossprojekte. Höhere Steuereinnahmen sollen den Mehraufwand in der Sozialhilfe wettmachen.

Martina Eggenberger Lenz
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Das Grossprojekt Xentrum mit den Neubauten des Stadthauses, der Schwimmhalle, des Parkhauses Festwiese und des Busbahnhofs kostet die Stadt nächstes Jahr noch verhältnismässig wenig. Die Planungskosten schlagen gesamthaft mit einer knappen Million Franken zu Buche. Trotzdem ist das Budget 2013 im Zusammenhang mit den zukünftigen Grossinvestitionen zu sehen.

Höchster Überschuss seit 1976

Der Voranschlag sieht nämlich bei einem Aufwand von 67 Millionen Franken einmal mehr ein Plus vor, dieses Mal eines von 440 000 Franken. «Mit einem so hohen Überschuss haben wir seit 1976 nicht mehr gerechnet», sagte Stadtammann Andreas Netzle gestern an einer Medienkonferenz. In den letzten sechs Jahren hat die Stadt dank den positiven Rechnungsabschlüssen 14 Millionen Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Da wird normalerweise der Ruf nach einer Senkung des Steuerfusses, aktuell bei 70 Prozent, laut. «Eine solche steht nicht zur Diskussion, wenn wir die Xentrum-Projekte realisieren wollen – im Gegenteil», so Netzle.

Steuerfuss dürfte steigen

Der Stadtammann sagt, dass die Xentrum-Projekte mit ihren Betriebskosten ein strukturelles Defizit verursachen würden, das man voraussichtlich nur über Steuererhöhungen ausgleichen könne. Wie hoch diese ausfallen könnten, wollte Netzle noch nicht sagen. «Es fehlen noch detailliertere Berechnungen.»

Die entscheidenden Volksentscheide sollen 2013 und 2014 fallen. Der Stadtrat interpretiert die Genehmigung der Planungskredite durch den Gemeinderat als Unterstützung fürs Xentrum, das insgesamt Kosten von rund 50 Millionen Franken verursachen wird. Hierfür ist eine Netto-Verschuldung von 60 Millionen Franken vorgesehen.

Neuzuzüger bringen Geld

Die Finanzen der Stadt seien solid und geordnet, das positive Budget in Anbetracht der Xentrum-Investitionen «hochwillkommen», so der Stadtammann. Der Voranschlag 2013 beinhaltet denn auch kaum Überraschendes. Bei den Steuereinnahmen rechnet man mit Mehreinnahmen von 1,1 Millionen, wobei die Neuzuzüger einen substanziellen Beitrag leisten. Dafür kostet die öffentliche Sozialhilfe eine knappe Million mehr als im Budget 2012. Der Personalaufwand nimmt um 3,6 Prozent zu. Die Stadt rechnet mit 2,8 zusätzlichen Stellen, 1,8 im Sozialen, 0,5 in der Stadtgärtnerei und eine Hauswartsstelle. Beim Sachaufwand fällt im Bereich Informatik die Ablösung des Office 2003 ins Gewicht und damit verbunden der Ersatz der Telefonzentrale.

Weniger Kies, mehr Struktur: Der Parkplatz am Hafen wird umgestaltet. (Bild: Nana do Carmo)

Weniger Kies, mehr Struktur: Der Parkplatz am Hafen wird umgestaltet. (Bild: Nana do Carmo)