WUPPENAU: «Wir bauen maximal zwölf Jahre Kies ab»

Mit Flugblättern bekämpfen Gegner die von der Cellere Bau AG geplante Kiesgrubenerweiterung. Über die dazu nötige Zonenplanänderung entscheidet die Gemeindeversammlung in einer Woche. Projektleiter Christoph Stucki nimmt zur Kritik Stellung.

Christoph Lampart
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Christoph Lampart

weinfelden

@thurgauerzeittung.ch

Christoph Stucki, was ist dran am Vorwurf der Gegner, die Cellere Bau AG habe mangelhaft über die Kiesgruben­erweiterung informiert?

Gar nichts. Wir haben im Winter 2013, in Absprache mit dem Gemeinderat, die Anwohner eingeladen und sie über unser Projekt informiert. Einige erklärten, dass sie nicht gegen die Kiesgrube seien, jedoch nicht die Katze im Sack kaufen wollten, und verlangten, dass wir einen Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) und einen Gestaltungsplan in Auftrag geben. Das haben wir getan. Im Winter 2015 hatten wir mit Herrn Duelli (dem Sprecher der IG «PRO Leitbild/DepoNIE») erneut Kontakt. Er nahm die Redimensionierung des Projekts wohlwollend entgegen.

Wie oft haben Sie sich mit den Anwohnern getroffen?

Total fanden drei Treffen mit den Gegnern sowie zwei Infoveranstaltungen statt, zu denen wir eingeladen hatten. Es gab eine Geländebegehung mit Visualisierung des Abbaugebietes. Auch die Zeitung hat berichtet. Leider wurden die Verhandlungen durch die Bedenkenträger Mitte Januar abgebrochen, obwohl wir uns betreffend der zusätzlichen Vereinbarungen einig waren.

Stimmt es, dass die Gegner nicht in die Planungen mit einbezogen wurden?

Dort, wo wir etwas selbstständig machen konnten – im Bereich des Kiesabbaus, bei der Planung der lärmintensiveren Brechertage und der Betriebszeiten – haben wir die Bedenkenträger mit einbezogen und sie vorinformiert. Letzten November wurden wir dafür noch gelobt, namentlich von Herrn Duelli. Warum er nun behauptet, die Kritiker seien nicht in die Planung mit einbezogen worden, verstehe ich nicht.

Kann die Kiesgrube länger als 16 Jahre genutzt werden?

Das wird nicht der Fall sein, denn diese im UVB festgelegte Dauer beinhaltet auch die Rekultivierung. Wir werden zwölf Jahre lang abbauen und während vier Jahren alle Flächen rekultivieren.

Was ist mit dem Lärm, den die Kiesabbaugegner befürchten?

Wir nehmen grosse Rücksicht auf die Bevölkerung. Es ist verbindlich geregelt, dass wir den Kies nur in der kühlen Jahreszeit – von Oktober bis März – abbauen und brechen, wenn sich also wenig Menschen im Freien aufhalten. Ausserdem bescheinigt uns ein Lärmgutachten, dass wir weit unter den gesetzlichen Werten liegen.

Gefährden die Lastwagen die Schulkinder von Wuppenau?

Nein, die An- und Wegfahrt erfolgt über Kantonsstrassen Richtung Mettlen, Zuzwil und Wil.

Ein Vorwurf lautet, ihr aktueller Recyclingbetrieb sei nicht zonenkonform und er werde trotz Kiesgrube weitergehen.

Der Recyclingbetrieb ist zonenkonform und wird auch durch die kantonale Fachstelle kontrolliert; unsere Bewilligung des Kantons gilt bis Ende 2019 – aber sobald wir die Abbaubewilligung für die Kiesgrube erhalten, werden wir den Recyclingbetrieb einstellen.

Der Kiesabbau soll der Cellere Bau AG laut den Gegnern bis zu 30 Millionen Franken einbringen. Verdienen Sie sich hier eine goldene Nase?

Dass wir geschäften, um Geld zu verdienen, ist logisch. Aber diese Zahlen entbehren jeglicher Basis und sind utopisch. Wir möchten noch anmerken, dass entgegen den Äusserungen der IG nie die gesamte Fläche offen sein wird. Es findet ein kontinuierlicher Abbau und Rekultivierung statt.