WUPPENAU: Der Kiesgrubenstreit geht weiter

Nach dem knappen Nein der Stimmbürger nimmt die Firma Cellere Stellung zur Versammlung und bemängelt das «tiefe Gesprächsniveau». Wie lange sie ihren Recyclingbetrieb noch weiterführt, lässt sie offen.

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Nebst viel Recyclingmaterial gibt es in der Anlage Groosswis auch eine Mobilfunkantenne. (Bild: Mario Testa)

Nebst viel Recyclingmaterial gibt es in der Anlage Groosswis auch eine Mobilfunkantenne. (Bild: Mario Testa)

Dem Nein zur Erweiterung der Wuppenauer Kiesgrube Groosswis war eine lange und emotionale Gemeindeversammlung vorausgegangen. Beim entsprechenden Traktandum äusserten sich hauptsächlich die Gegner, einige Befürworter, nicht aber die zuständige Firma Cellere Bau AG. Zwar waren zwei Fachplaner im Saal, sie brachten sich jedoch nicht in die Diskussion ein. Bei Cellere gibt es aber doch Kommunikationsbedarf, und das Unternehmen verschickte deshalb nun eine Stellungnahme.

Die Gegner der IG «PRO Leitbild/DepoNIE» hätten mit «Unwahrheiten» und «rufschädigenden Aussagen» gegenüber der Firma operiert. Es sei eine gute Chance verpasst worden, die Tiefbauunternehmen und Gartenbaufirmen der Region mit heimischem Kies zu bedienen.

Nach happigen Vorwürfen ein Konter

Und dann folgt der Frontalangriff: «Cellere zeigt sich über das Gesprächsniveau der IG-Vertreter enttäuscht. Statt Fakten dienten falsche Behauptungen, Lügen und ungerechtfertigte Anschuldigungen als Argumentarium», schreibt das Unternehmen. Was damit konkret gemeint ist, will Christoph Stucki, Technischer Leiter bei Cellere, nicht sagen, «um nicht noch mehr anzuheizen». Der Vorwurf, die Informationspolitik der Firma sei «desaströs» gewesen, lässt man bei Cellere aber nicht gelten. Es hätten diverse Gespräche mit der Gemeinde, den Anwohnern, den Organisationen WWF und Pro Natura und interessierten Einwohnern stattgefunden. Dabei seien auch Zugeständnisse gemacht worden. Zudem habe es im November auch eine öffentliche Infoveranstaltung gegeben.

Bei den Gegnern sieht man die Sache anders. Deren Sprecher Maurus Duelli entgegnet: «Jetzt sind sie auch noch schlechte Verlierer. Es wurden vier Jahre lang keine Zahlen genannt. Bei Cellere wusste man genau, dass es eine deutliche Niederlage zur Folge gehabt hätte, wenn die Zahlen publik geworden wären.» Dass die IG gelogen habe, lässt Duelli nicht gelten. «Wir haben noch an der Gemeindeversammlung eine achtseitige Broschüre verteilt. Das Unternehmen soll uns mal zeigen, welche Zahlen dabei nicht gestimmt haben.»

Die Grube bleibt vorerst bestehen

Trotz anhaltendem Hin und Her gilt es, den Blick vorwärtszurichten. Noch bis November 2019 darf im Gebiet Groosswis Baumaterial recycelt werden. Was dar­über hinaus geschieht und wann das Gebiet rekultiviert sein wird, lässt Stucki offen. Man wolle das in den kommenden Wochen zuerst intern besprechen.

Interessant ist auch, wie es mit der Mobilfunkantenne weitergeht, welche die Swisscom in der Kiesgrube auf einem Container betreibt. Gerüchte, wonach der Vertrag mit Swisscom gekündigt sei, weist Stucki zurück. Der Kontrakt sei unlängst gar verlängert worden.

Simon Dudle

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch