WUPPENAU: Das Aus für die Kiesgrube

Denkbar knapp lehnten die Stimmbürger am Mittwochabend eine Umzonung im Gebiet Groosswis ab. Somit kann die Firma Cellere Bau AG ihre Pläne für eine Wiederaufnahme des Kiesabbaus nicht umsetzen.

Simon Dudle
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Mit der Zonenplanänderung hätte das Weideland hinter dem bestehenden Recyclingbetrieb der Cellere Bau AG als Kiesgrube genutzt werden können. Nach der Ablehnung der Änderung durch die Wuppenauer Stimmbevölkerung wird nun jedoch nichts aus diesen Plänen. (Bild: Mario Testa)

Mit der Zonenplanänderung hätte das Weideland hinter dem bestehenden Recyclingbetrieb der Cellere Bau AG als Kiesgrube genutzt werden können. Nach der Ablehnung der Änderung durch die Wuppenauer Stimmbevölkerung wird nun jedoch nichts aus diesen Plänen. (Bild: Mario Testa)

155 Wuppenauer sprachen sich in einer geheimen Abstimmung gegen die Umzonung aus, 143 waren dafür. Heisst auch: Hätten sich sieben Gegner anders entschieden, wäre der seit 1970 betriebene Kiesabbau in eine nächste Runde gegangen. Nun da die Zonenplanänderung jedoch verworfen wurde, muss die Firma Cellere Bau AG ihre aktuellen Pläne für eine Erweiterung der Kiesgrube aufgeben.

Ganze 301 von 806 Stimmberechtigten waren am Mittwochabend in der Turnhalle Wuppen­au an der Gemeindeversammlung dabei – so viele wie sonst kaum je. Nicht nur dieser Umstand zeigt, wie heiss das Thema in der Gemeinde diskutiert wurde. Hauptsächlich Gegner meldeten sich dann auch in der Debatte zur Zonenplanänderung zu Wort. Allen voran Maurus Duelli, der schon im Vorfeld als Sprecher der Interessengemeinschaft «PRO Leitbild/DepoNIE» aufgetreten war. Er wählte deutliche Worte und warf dem Gemeinderat vor, «völlig versagt» zu haben. Duelli bemängelte, dass dieser im ­Vorfeld keine Infoveranstaltung durchgeführt hatte. Auch die für den Abbau verantwortliche Firma Cellere Bau AG kritisierte er scharf und bezeichnete deren Vorgehen als «unglaublich».

Hassmails an die Gemeinderäte

Auch seitens des Gemeinderates, der sich für den Ausbau der Kiesgrube stark machte, wurden scharfe Töne angeschlagen. Behördenmitglied Walter Anken, Ressortchef Kiesgrube, sagte: «Es ist erschreckend, wie emotional das Thema diskutiert worden ist. Das ist nicht mehr mein Wuppenau.» Ihn empöre, dass die Gegner Flugblätter verteilt hatten, welche den Eindruck machten, die Gemeinde könnte der Absender sein. Auch Hassmails und -briefe seien an die Gemeinderäte verschickt worden.

Anken nannte erstmals die Summe, welche die Cellere Bau AG der Gemeinde Wuppenau als Entschädigung für den Kiesabbau bezahlt hätte: 33200 Franken pro Jahr. Aber auch die Aussicht auf diesen Geldsegen konnte die Mehrheit der anwesenden Stimmbürger nicht von ihrer ablehnenden Haltung abringen. Da das Gebiet Groosswis nicht umgezont wird, darf Cellere noch maximal Ende des Jahres 2019 in der Gemeinde tätig sein und am Standort der ehemaligen Kiesgrube Bauschutt lagern. Gemeindepräsident Martin Imboden sagte nach der Abstimmung: «Ich akzeptiere das Resultat. Man wollte diese Kiesgrube in Wuppenau nicht, und nun ist es so.» Maurus Duelli war einfach froh, «dass Cellere mit dieser Informationspolitik keinen Erfolg hatte». Die Rechnung 2016, das Budget 2017 und den Steuerfuss bewilligten die Stimmbürger diskussionslos.