WUPPENAU: «50 Jahre Kiesgrube sind genug»

Die IG PRO Leitbild/DepoNIE informierte diese Woche im Hotel Nollen an drei Veranstaltungen über ihre ablehnende Haltung zur geplanten Zonenplanänderung «Grosswis». Das Interesse der Bevölkerung war gross.

Rudolf Steiner
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Viele Veranstaltungsteilnehmer folgen den Ausführungen von Maurus Duelli am Informationsanlass der Interessengemeinschaft. (Bild: Rudolf Steiner)

Viele Veranstaltungsteilnehmer folgen den Ausführungen von Maurus Duelli am Informationsanlass der Interessengemeinschaft. (Bild: Rudolf Steiner)

Rudolf Steiner

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch

Unruhige Zeiten erleben zurzeit Einwohner und Einwohnerinnen in Wuppenau, die die Umwelt und ländliche Idylle im Dorf bewahren wollen. Wehrten sie sich vor einem halben Jahr lautstark gegen die auf einem Hügel geplanten Windkraftwerke, richtet sich ihr Widerstand nun gegen die Wiederaufnahme und Vergrösserung des Kiesabbaus in der Kiesgrube der Firma Cellere AG und die dazu nötige Zonenplanänderung im Gebiet Grosswis.

Das Leitbild der Gemeinde als stiller Mitkämpfer

Einige besorgte Bürger Wuppen­aus haben vor kurzem die Interessengemeinschaft PRO Leitbild/DepoNIE gegründet. Sie setzen sich an vorderster Front gegen die Kiesgrube zur Wehr. Dazu haben sie in der vergangenen Woche zu drei Informationsveranstaltungen eingeladen, an denen sie über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der 1975 in Betrieb genommenen Kies­grube informierten.

Sie argumentierten geschickt mit Aussagen des Gemeinderates aus dem im November 2012 erstellten neuen Leitbild für die Gemeinde Wuppenau. Darin steht: «Der Gemeinderat wünscht sich, dass Sie mit uns zusammen das gemeinsame Leben in unserer Gemeinde aktiv für alle mitgestalten helfen. Setzen wir uns ein für unsere natürliche, sympathische Gemeinde am Nollen.» Und weiter «Das ländliche Landschaftsbild soll bewahrt werden.» Die Initianten der IG nehmen den Gemeinderat mit Hilfe des erst vier Jahre alten Leitbildes beim Wort. Zudem haben sie weitere Informationen zu den Ausbauplänen und ihren Folgen und zur Geschichte der Kiesgrube gesammelt und diese in drei Flugblättern festgehalten. Diese Flugblätter haben sie in der vergangenen Woche in die Briefkästen der Wuppenauer Haushalte verteilt und zu den Informationsveranstaltungen eingeladen. «Wir sind zufrieden mit dem Interesse der Bevölkerung», sagen denn auch die Vertreter der IG nach der dritten Veranstaltung am Samstagvormittag, an der auch der am­tierende Gemeindepräsident ­Martin Imboden sowie sein Vorgänger Hanspeter Gantenbein erschienen. Insgesamt kamen an die drei Veranstaltungen gegen 80 Personen.

Die beiden Vertreter der IG, Peter Schicker, pensionierter Berufsschullehrer aus Neuhaus, und Maurus Duelli, pensionierter Maschineningenieur aus Greutensberg, schilderten mit einer eindrücklichen Power-Point-Präsentation die drastischen Folgen des Ausbaus, die nach der Zustimmung zur Zonenplanänderung an der Gemeindeversammlung vom 29. März auf die Bevölkerung in und um Wuppenau zukommen würden. Vor allem die Dimensionen des geplanten Abbaus und die damit verbundenen Lärmimmissionen und der prognostizierte Mehrverkehr durch die Lastwagen liessen die Besucher und Besucherinnen aufhorchen.

Anmerkung der Redaktion: Die Firma Cellere AG hat für diese Woche eine Stellungnahme zur Kritik der IG angekündigt.