«Wunsch der Roma ist verständlich»

Im Winter stellen viele Roma in der Schweiz ein Asylgesuch, auch im Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen. Joachim Gross vom Bundesamt für Migration erklärt warum.

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Joachim Gross Mediensprecher Bundesamt für Migration (Bild: Quelle)

Joachim Gross Mediensprecher Bundesamt für Migration (Bild: Quelle)

Herr Gross, anscheinend stellten in den letzten zwei Monaten überdurchschnittlich viele Menschen aus Serbien, vor allem Roma, in der Schweiz ein Asylgesuch. Worauf ist das zurückzuführen?

Joachim Gross: Die Reise lohnt sich für diese Menschen. Sie haben die Aussicht, ein paar Wochen oder Monate in der Schweiz bleiben zu können. Und wenn man weiss, wie sie in ihrer Heimat untergebracht sind, unter welchen Bedingungen, ist der Wunsch, im Winter nicht zu frieren und etwas zu essen zu bekommen, menschlich nur allzu verständlich.

Sind auch im EVZ Kreuzlingen viele Roma untergebracht?

Gross: Das schwankt, zurzeit sind in Kreuzlingen etwa 20 bis 30 Personen untergebracht, also drei bis vier Familien. Es sind meist eher angenehme, unauffällige Leute. Sie bleiben hier zwei bis drei Wochen und werden dann auf die Kantone verteilt.

Haben die Roma Chancen, dass ihr Asylgesuch angenommen wird?

Gross: Sie wissen sehr gut über ihre Rechte Bescheid. Sie wissen, dass wir ein Asylgesuch prüfen müssen. Aber sie sind auch realistisch. In der Regel akzeptieren sie eine erstinstanzliche Entscheideröffnung über das Nichteintreten auf ihr Gesuch. Deshalb ist unser Ziel, die Verfahren möglichst schnell abzuwickeln.

Wie sieht der Nationalitätenmix im EVZ Kreuzlingen aus?

Gross: Es sind vor allem Tibeter, aber auch Menschen aus Eritrea, Nordafrika, aus Afghanistan und eben auch Roma. (ndo)