Wundermittel gibt es nicht

19 Detaillisten in den Einkaufszentren Bernerhaus, Thurgauerhof und der Zentrumspassage haben einen offenen Brief an den Weinfelder Gemeinderat geschrieben. Darin fordern sie von der Behörde konkrete und sofortige Massnahmen gegen die Alkoholikerszene auf dem Marktplatz.

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19 Detaillisten in den Einkaufszentren Bernerhaus, Thurgauerhof und der Zentrumspassage haben einen offenen Brief an den Weinfelder Gemeinderat geschrieben. Darin fordern sie von der Behörde konkrete und sofortige Massnahmen gegen die Alkoholikerszene auf dem Marktplatz. Ein offener Brief ist zwar ein legitimes, in Weinfelden aber doch ungewohntes Kommunikationsmittel. Das Vorgehen unterstreicht, dass den Detaillisten der Kragen geplatzt ist.

Die Erwartungen an die Behörde sind aber übertrieben: Wundermittel gegen die Szene auf dem Marktplatz gibt es nicht. Den besten Beweis liefern die Detaillisten selber: Sie bringen im offenen Brief keinen Vorschlag, wie dem Problem beizukommen wäre. Und dass selbst Geschäfte unterschrieben haben, die an die Alkoholiker den Alkohol verkaufen, den diese dann auf dem Platz konsumieren, zeigt, wie sehr sich Weinfelden bei der Marktplatzfrage im Kreis dreht.

Die Szene auf dem Marktplatz ist ein gesellschaftliches Problem. Sie ist Ausdruck dafür, dass Weinfelden die Schwelle vom idyllischen Dorf zu einer Kleinstadt mit allen in Kauf zu nehmenden Nachteilen überschritten hat. Und die Quittung dafür, dass es die Weinfelder schon vor Jahren verpasst haben, dem Platz eine Seele einzuhauchen. Wochenmarkt und Gauklerfestival sind zwar gut und schön, aber sie genügen zur Belebung nicht. Esther Simon

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