«Wollen nicht, dass geniessbare Esswaren weggeworfen werden»

Der Verein verwertBAR füllt ab Freitag einen öffentlichen Kühlschrank mit aussortierten Lebensmitteln. Beni Merk erzählt warum.

Nicole D'orazio
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Herr Merk, Sie haben zusammen mit Freunden den Verein verwertBAR in Kreuzlingen gegründet. Was für ein Ziel verfolgen Sie?

Beni Merk: Wir haben uns immer wieder mit der Thematik auseinandergesetzt, dass noch gute, aber aussortierte Lebensmittel einfach weggeworfen werden. Das stört uns. In Winterthur gibt es seit einem Jahr das Projekt restessbar.ch, und wir wollten so etwas in Kreuzlingen ins Leben rufen. Von den Winterthurern haben wir viele wertvolle Tips erhalten.

Ihr Verein stellt nun einen Kühlschrank auf. Soll sich nun jeder und jede an den bereitgestellten Lebensmitteln bedienen?

Merk: Ja, genau. Wir wollen nicht, dass noch geniessbare Esswaren weggeworfen werden. Wir sind im Gespräch mit Bäckereien, Gemüsehändlern und auch Grossverteilern aus der Region. Bei diesen können wir aussortierte Lebensmittel abholen, damit füllen wir zweimal wöchentlich den Kühlschrank. Jeder kann sich bedienen. Es hat, so lange es hat.

Haben Sie keine Angst, dass sich immer die gleichen Personen bedienen werden?

Merk: Wir machen diesbezüglich keine Kontrollen. Uns ist es wichtig, dass die Lebensmittel gebraucht werden. Wenn wir so auch finanziell schlechter gestellten Personen helfen können, ihren Kühlschrank zu füllen, ist das wunderbar.

Wo steht der Kühlschrank?

Merk: In der Sakristei der Kirche in Kurzrickenbach. Der Kühlschrank ist Dienstag und Freitag von 9 bis 17 Uhr zugänglich. Diesen Freitag füllen wir ihn erstmals mit Gebäck vom Vortag und Gemüse. Später können wir vielleicht auch Milchprodukte offerieren. Doch das ist etwas kompliziert, da die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Wir werden sehen.

Wie ist es zur Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchgemeinde gekommen?

Merk: Ich habe dort angefragt, weil ich gesehen habe, dass es in Kurzrickenbach das Projekt Open Place gibt, das belebt werden soll. Es war uns wichtig, dass der Ort zentral und gut zugänglich ist. Auch mit dem öffentlichen Verkehr kommt man gut hin. Die Kirchgemeinde stellt uns freundlicherweise den Raum und den Strom zur Verfügung.

Wie gross ist der Verein?

Merk: Im Vorstand sind wir zu sechst. Auch haben sich schon fast 15 Helfer gemeldet, die bereit sind, jeweils eine Tour zu übernehmen. Mitmachen kann bei uns jeder und jede.

Haben Sie keine Angst, dass zu Beginn alle mit Elan dabei sind, jedoch sich das Interesse und die Bereitschaft mitzuhelfen mit der Zeit wieder abnimmt?

Merk: Wir werden sehen, wie es läuft. Aber wir haben das Projekt langfristig geplant. Der Vereinsvorstand ist sehr motiviert. Wir freuen uns auf den Start des Projekts. Ziel ist, dass sich der Verein selber trägt und alles mit wenig Geld machbar ist.

Mehr Infos auf: facebook.com/ verwertbarkreuzlingen