Wohnen auf Industriebrache

Anstelle der alten Forster-Fabrikgebäude auf dem Breitehofareal vor den Stadttoren plant HRS eine Wohn-/Gewerbeüberbauung. Ein Gebäude wird saniert. 2016 ist die Projektauflage geplant.

Max Eichenberger
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Auf dem Forster-Areal beim Breitehof (links, der ebenso erhalten bleibt wie der Backsteinbau rechts) entstehen Wohnungen und Gewerbeflächen. (Bilder: Max Eichenberger)

Auf dem Forster-Areal beim Breitehof (links, der ebenso erhalten bleibt wie der Backsteinbau rechts) entstehen Wohnungen und Gewerbeflächen. (Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Die Firma Forster, Stamm der Arbonia-Forster-Gruppe, hat sich schon länger aus dem oberen Breitehof-Areal nach Frasnacht und Steineloh verabschiedet. Das Gebiet zwischen Bahnlinie, Romanshorner- und Zelgstrasse mit den «vereinigten Hüttenwerken», wie sie der frühere AFG-Konzernchef Edgar Oehler zu bezeichnen pflegte, ist für die die AFG-Firmengruppe nicht mehr von strategischer Bedeutung. Seit zehn Jahren steht es zur Disposition. Jetzt wird die Zukunft des Areals langsam konkret. Im Laufe des nächsten Jahres plant HRS Real Estate AG die Eingabe eines Bauprojektes. Die Genehmigung des Gestaltungsplanes wird demnächst erwartet.

Hochhäuser sind Makulatur

Noch unter dem ehemaligen AFG-Chef Oehler erarbeiteten die Hausarchitekten Gisel und Partner eine Überbauungsstudie. Dies, nachdem die AFG ihr Headquarter vom Breitehof ins neue Corporate Center nach Steineloh verlegt hatte. Mietverhältnisse mit Übergangsnutzern waren bereits aufgelöst worden. Die erste Projektstudie, die von HRS als Partner weiter bewirtschaftet worden war, sah drei Hochhäuser in einer grünen Vorstadt-Parkanlage vor. Sie lag lange auf Eis – und wurde schliesslich endgültig ad acta gelegt.

Neues Überbauungskonzept

2010 gab es mit HRS einen neuen Anlauf für eine Arealentwicklung in diesem Altstadt-nahen 45 000 Quadratmeter grossen Industrie-Perimeter, der an den Stahel-Kreisel angrenzt. Kanton und Stadt waren involviert in Workshops, die Möglichkeiten aufzeigen sollten, wie das alte Firmenareal genutzt, bebaut und mit Zugang zum See erschlossen werden könnte. Sechs Architekturbüros erarbeiteten im Rahmen eines Studienauftrags daraufhin Konzepte. Das Siegerprojekt «Wunderbar» der St. Galler K & L-Architekten – vier viergeschossige Baukörper mit 48 Wohnungen – bildete 2013 die Grundlage eines neuen Gestaltungsplanes, der daraufhin erstellt worden war. Im Sommer 2014 lag dieser öffentlich auf.

Gestaltungsplan: Bald Entscheid

HRS-Arealentwickler Michael Breitenmoser zufolge ist das Gestaltungsplanverfahren zwar noch nicht abgeschlossen. «Wir dürfen aber davon ausgehen, dass der Kanton den Plan Anfang des nächsten Jahres genehmigen wird.» Sobald der Gestaltungsplan Rechtskraft erlange, werde HRS das definitive Bauprojekt erarbeiten lassen. Zu rechnen sei mit der Baueingabe noch im Verlaufe des Jahres 2016. Man werde das Projekt dann «bedarfsgerecht realisieren» – eine Etappierung ist denkbar. Es werde einen Mix von Miet- und Eigentumswohnungen geben, «mit dem wir verschiedene Zielgruppen abholen werden».

Der Markt stimmt HRS zuversichtlich: «Bei unserem Überbauungsprojekt <Wohnen im Park> im Saurer WerkZwei, wo wir mit Bauen nächsten Montag starten, haben wir schon mehr als zwei Drittel reserviertes Wohneigentum.» Im Breitehof sind 48 Wohnungen geplant.

Zu den Wohneinheiten hinzu kommt ein Gewerbeanteil: einerseits in einem neuen Komplex direkt an der Romanshornerstrasse. Dann wird das ehemalige Speditions- und Kundendienst-Gebäude hinter dem im Dezember 2011 verschobenen Breitehof saniert und umgenutzt. So, wie HRS schon mit dem Hamel und dem Presswerk im Saurer WerkZwei verfährt. Der alte Forster-Backsteinbau soll mehrheitlich ebenfalls der gewerblichen Nutzung zugeführt werden.

Gegen 30 Millionen

Insgesamt geht Breitenmoser von einem Anlagevolumen von gegen 30 Millionen Franken aus. HRS dürfte das Land von der AFG erwerben, wenn eine Baubewilligung rechtskräftig sein wird. HRS realisiert das Projekt und wird dann auf institutionelle Anleger zugehen.

Michael Breitenmoser HRS-Arealentwickler

Michael Breitenmoser HRS-Arealentwickler