Wofür die Kirche ihre Steuereinnahmen braucht

Am Bildungsabend der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Bischofszell klärte Referent Urs Brosi darüber auf, wie die römisch-katholische Kirche ihre Aufgaben finanziert.

Hildegard Gremli
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BISCHOFSZELL. Zahlreiche Interessierte fanden sich in der Stiftsamtei ein, wo Urs Brosi, Generalsekretär der Landeskirche Thurgau, über das Thema «Kirchenfinanzierung heute und in Zukunft» referierte. Ein Vorstoss von Vico Zahnd, die Steuern von juristischen Personen, die einen beachtlichen Teil der Einnahmen ausmachen, abzuschaffen, ist vom Parlament abgelehnt worden. Im Gegensatz zu Privaten können juristische Personen nicht aus der Kirche austreten.

Hohe Personalausgaben

Im Jahre 2009 zahlten die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger im Kanton Thurgau 36 Mio. Franken und die juristischen Personen 4 Mio. Franken. Der grösste Teil (55 Prozent) wird für die Personalausgaben benötigt. Die Zentralsteuer beträgt 15 Prozent. Die Landeskirche ist für folgende Bereiche zuständig: Verwaltung, Spitalseelsorge, Kinder- und Jugendorganisation, Katecheten, Glaubenskurse, Medienstelle, Familien- und Lebensberatung und Seelsorge für ausländische Mitchristen. Die Finanzkompetenz liegt beim Papst, bei den Bischöfen und beim örtlichen Pfarrer.

Im Thurgau muss der Pfarrer für besondere Ausgaben ein Gesuch stellen. 84 Prozent der Steuereinnahmen bleiben in den Kirchgemeinden, 14 Prozent erhält die Landeskirche, 1,4 Prozent die Diözese und 0,7 Prozent der Bischof. Der Restbetrag ist für Verschiedenes bestimmt.

Läden und Museen

Das Papsttum finanziert seine Aufgaben durch die Einnahmen der Vatikanstadt mit ihren Läden und aus den Eintrittsgeldern der Museen. Der «Peterspfennig», der auf der ganzen Welt gesammelt wird, ist für die Weltkirche bestimmt. Nach der Fragerunde bedankte sich Veronica Schnyder bei Generalsekretär Brosi für den interessanten Abend.

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