Wo die grünen Elefanten tanken

WEINFELDEN. Im Juli sind die Mähdrescher unterwegs. Die grossen Ungetüme können nicht an allen Tankstellen betankt werden, sie passen nicht unter jeder Decke hindurch. An der BP-Tankstelle in Weinfelden finden sie genug Platz und Diesel.

Mario Testa
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Peter Keller tankt seinen John-Deere-Mähdrescher im Sommer täglich an der Dieselzapfsäule der BP-Tankstelle von Gabriele Scherrer. Hier hat das grosse Ungetüm genug Platz. (Bild: Mario Testa)

Peter Keller tankt seinen John-Deere-Mähdrescher im Sommer täglich an der Dieselzapfsäule der BP-Tankstelle von Gabriele Scherrer. Hier hat das grosse Ungetüm genug Platz. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Peter Keller hat zehn Minuten Pause. Der Zähler an der Tanksäule dreht und dreht. Zuvor hat Keller seinen John-Deere-Mähdrescher neben der Dieselzapfsäule der BP-Tankstelle an der Frauenfelderstrasse parkiert, eine Seitenklappe am grossen, grünen Ungetüm geöffnet und ist mit dem Zapfhahn in der Hand eine kurze Leiter rauf gestiegen. In etwa drei Metern Höhe steckte er den Hahn in den Dieseltank des Dreschers. 600 Liter Kraftstoff passen rein – und bis der geflossen ist, dauert es.

Grösster Stress im Sommer

In den Sommerferien, während es andere eher ruhig angehen lassen, ist für Peter Keller und seine Mitarbeiter die strengste Zeit im Jahr. Während rund eines Monats fahren sie fast Tag und Nacht Einsätze mit ihren Mähdreschern. «Es kommt schon mal vor, dass wir morgens um 10 Uhr anfangen und erst gegen 4 Uhr nachts Feierabend haben», sagt Keller. Das sei aber selten. Meist fangen sie am Mittag an und fahren bis am Abend. Sechs Mähdrescher nennt Keller sein Eigen, gleich viele Fahrer beschäftigt er.

Tankstellenbesitzerin Gabriele Scherrer staunt immer wieder, wenn die grossen Ungetüme vorbeikommen und bei ihr tanken. «Das sind schon riesige Ausmasse. Ich würde sehr gern mal da oben reinsitzen und mitfahren», sagt sie. Peter Keller ist ihr einziger Grosskunde, der seine Mähdrescher an der Tankstelle an der Frauenfelderstrasse tankt – in der Hauptsaison alle sechs Fahrzeuge einmal täglich. Mehrere tausend Liter Diesel fliessen so jeden Tag in die Tanks seiner durstigen, grünen Elefanten mit den fast acht Meter langen Haspeln auf dem Anhänger.

Tiefe Dächer sind ein Problem

«Diese Tankstelle ist sehr gut gelegen, zudem kann ich auch gar nicht überall tanken», erklärt Keller. Sein Gefährt ist etwa vier Meter hoch und dreieinhalb Meter breit. «Hier hat es seitlich kein Dach an der Tankstelle, deshalb passen die Drescher gut hin.»

Etwas lässt sich Peter Keller animiert von seinem Sohn jeweils nicht nehmen, wenn er nach dem Tanken seinen Mähdrescher wieder nach Hause in die Schlossgasse bringt. «Häufig fahren wir dann die Lagerstrasse vor und die Bahnhofstrasse hoch – und alle Leute schauen uns nach.» Werbefahrt nennt Keller den kleinen Umweg.