Wirtsleute waren viel mehr als Wirte

Unter den unzähligen Wirtinnen und Wirten, die es in Weinfelden schon gab, stachen einige besonders hervor – weil sie Dinge taten, die weit über ihre Arbeit in der Gaststube hinausgingen.

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Unter den unzähligen Wirtinnen und Wirten, die es in Weinfelden schon gab, stachen einige besonders hervor – weil sie Dinge taten, die weit über ihre Arbeit in der Gaststube hinausgingen. Der Weinfelder Bürgerachivar Franz Xaver Isenring hob auf der Dorfführung «Von Beiz zu Beiz» am Mittwochabend zwei hervor: Die Wirtin Rosa Gideon-Guggenheim im «Trauben» und den «Stiefel»-Wirt Jakob Schweizer. Dieser fuhr 1770 – zur Zeit einer grossen Hungersnot – mit ein paar Weinfeldern ins Tessin. Von dort brachten die Männer nach 14 Tagen mehrere Säcke Korn heim. Schweizer gründete daraufhin die Korn-Einkaufsgesellschaft. Rosa Gideon war eine grosse Wohltäterin im Dorf. Die Weinfelder erinnern sich

besonders gerne an sie, weil sie im Zweiten Weltkrieg Juden, die bei Kreuzlingen über die Grenze gekommen waren, Nahrung und eine Schlafstätte anbot – und darüber hinaus wohl manchem ein gutes Wort gönnte. (es.)

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