Wirte bitten nicht zur Kasse

Weinfelden. Nur wer einen Button vorweisen kann, wird abends in die Halle 7 eingelassen. Das ist gar nicht nach dem Geschmack der Wirte im Unterhaltungszelt. Ginge es nach ihnen, müsste kein Eintritt bezahlt werden.

Esther Simon
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Seit Jahren betreiben Werner Wirth vom Restaurant Stiefel in Weinfelden und Pius Angehrn von der Bilchener GmbH in Amriswil die Halle 7 auf dem Parkplatz beim Kongresszentrum Thurgauerhof autonom im Auftrag der Wega. Dieses Jahr verlängerten die Wirte den Vertrag zwischen ihrer Firma, der Weha7 GmbH, und der Weinfelder Messe bis 2010 nur zähneknirschend.

60 000 Franken durch Buttons

Die Wega stellte nämlich klar, dass es einen neuen Vertrag nur gibt, wenn die beiden Wirte mit dem Button-Eintritt einverstanden sind.

Messeleiter Gregor Wegmüller erklärte gestern auf Anfrage, dass die Wega auf die Einnahmen aus dem Button-Verkauf angewiesen sei. Vergangenes Jahr brachte der Verkauf der Buttons der Weinfelder Messe immerhin über 60 000 Franken.

Sponsoren

Dass die Wega auf die Einnahmen aus dem Button-Verkauf nicht verzichten kann und will, das sehen die beiden Wirte ein. «Das ist das gute Recht der Messeleitung», betonen die beiden. Nach ihrer Meinung hat die Wega aber nicht ausreichend kommuniziert, dass es die Messe ist, die Eintritt in die Halle 7 verlangt. Wirth sagt: «Die Leute im Dorf und die Sponsoren sprechen uns dauernd darauf an, ob wir es nötig hätten, Eintritt zu verlangen.» Wenn es nach den Wirten ginge, wäre der Eintritt in ihre Halle frei. Ihr Unterhaltungsprogramm finanzieren sie mit den Sponsoren. «Die Wega kassiert, und wir müssen den Sicherheitsdienst stellen», meint ein nachdenklicher Werner Wirth. Gregor Wegmüller glaubt nicht, dass weniger Besucher in die Halle 7 kommen, nur weil sie beim Eingang einen Button vorweisen müssen, um eingelassen zu werden. «Wer zu Beginn der Wega einen Button kauft und fünfmal die Halle 7 besucht, den kostet ein Eintritt ja nur noch 1 Franken.» Messeleiter Gregor Wegmüller ist der Ansicht, dass diese Auflage vom Publikum verlangt werden kann. Ein Button ist allerdings auch keine Garantie für einen Platz in der Halle 7. Wegmüller: «Wenn die Halle voll ist, wird sie aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen und man muss draussen warten.»

Keinen Streit

Wirth und Angehrn wollen keinen Streit mit der Wega. Zunächst freuen sie sich einfach einmal auf ein volles Haus an den fünf Abenden. Rund 600 Leute haben Platz. Jeden Abend spielen zwei bis drei Bands auf. Fünf Gastronomiebetriebe sorgen dafür, dass keiner auf dem trockenen sitzen muss. Pro Abend sind zehn Frauen und Männer im Service im Einsatz.

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