«Wir wollen einfach nur produzieren»

Alt Ständerat Hermann Bürgi informierte am Vortragsabend in Märwil über Pläne des Bundes zur Agrarpolitik. Der weitere Ausbau der Direktzahlungen kommt bei den Bauern nicht gut an.

Mario Testa
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Hermann Bürgi konnte den Bauern wenig Erfreuliches berichten. (Bilder: Mario Testa)

Hermann Bürgi konnte den Bauern wenig Erfreuliches berichten. (Bilder: Mario Testa)

MÄRWIL. «Was der Bund vorschlägt ist nicht das Gelbe vom Ei», sagte Alt Ständerat Hermann Bürgi vor 140 Bauern und Landmaschinenhändlern in Märwil. «Das gleiche habe ich bei der Debatte vor sechs Jahren im Ständerat schon gesagt, heute ist es nicht anders.» Anhand von Tabellen versuchte Bürgi, die Änderungen bei der vom Bundesrat angedachten Agrarpolitik für die Jahre 2014–2017 zu verdeutlichen.

Beiträge statt Subventionen

Auch wenn die projizierten Folien für die Gäste im hinteren Bereich des Schützenhauses kaum zu entziffern waren, schaffte es Bürgi, aufzuzeigen, dass der Trend in der Landwirtschaft weiter hin zu Direktzahlungen geht. «Es gibt neue Kulturlandschaftsbeiträge, Biodiversitätsbeiträge oder Beiträge für vielfältige Kulturlandschaften», erklärte Bürgi.

Aus den Reaktionen im vollen Schützenhaus konnte man unschwer erkennen, dass diese Entwicklung nur den wenigsten Bauern gefällt. Der Lärmpegel stieg während Bürgis Ausführungen.

3,4 Milliarden für die Bauern

«Da müssen Sie nicht die Hände verwerfen», probierte Bürgi die Bauern zu beschwichtigen. «Immerhin bleibt die Summe aller Stützungsmassnahmen für die Landwirtschaft auf ähnlichem Niveau wie bis anhin – bei jährlich rund 3,4 Milliarden Franken.»

Organisiert hat den mittlerweile 29. Vortragsabend der Märwiler Land- und Kommunaltechnik-Dienstleister Märla AG. Geschäftsleiter Heinz Nater lud nebst Bürgi noch weitere Redner ein. So erfuhren die Bauern das Neuste über die Futterpreise, und Agronomieingenieur Thomas Anken erklärte, wie sie die Böden am besten schonen können. Er zeigte auf, wie mit Direktsaat anstelle von Pflügen und Eggen Kosten gespart und der Boden geschont werden kann. Auch da zeigten sich die Bauern skeptisch. Bei den hiesigen schweren Böden sei diese Methode kaum möglich.