«Wir wollen die Spitex behalten»

Das Café Passage im Konsumhof wird Mitte November schliessen. Neu wird die Spitex diese Räumlichkeit nutzen. «Es war kein einfacher Entscheid», sagt Christian Hug von der Genossenschaft Alterssiedlung und Altersheim Romanshorn.

Andrea Kern
Drucken
Teilen
Haben zusammen eine Lösung gefunden: Christian Hug, Werner Flück, Ursula Flaig, Stefan Risi im Café Passage (v. l.). (Bild: Andrea Kern)

Haben zusammen eine Lösung gefunden: Christian Hug, Werner Flück, Ursula Flaig, Stefan Risi im Café Passage (v. l.). (Bild: Andrea Kern)

«Während 18 Jahren haben wir versucht, die Cafeteria im Konsumhof zu beleben», sagt Christian Hug, Präsident der Genossenschaft Alterssiedlung und Altersheim Romanshorn. Er gab gestern bekannt, dass die Cafeteria Mitte November aufgehoben wird.

Eine finanzielle Belastung

«Als die Alterssiedlung vor 20 Jahren gebaut wurde, war es unser Ziel, mit der Cafeteria einen Begegnungsort für die Bewohner, aber auch für die Bevölkerung zu schaffen.

» Doch das Bedürfnis sei nicht so gross gewesen, wie erwartet, und die Cafeteria wurde immer mehr zu einer finanziellen Belastung für die Genossenschaft. «Über all die Jahre belaufen sich die ungedeckten Kosten auf rund eine halbe Million Franken, Miete und Unterhalt nicht mit einberechnet. Es bestand somit langsam Handlungsbedarf.»

Mit Platzproblemen kämpfen

Gleichzeitig hatte die Spitex, deren Räumlichkeiten auch im Konsumhof untergebracht sind, immer mehr mit Platzproblemen zu kämpfen, wie Stefan Risi, Präsident der Spitex, sagt: «Insbesondere für die Verwaltung und für das Büro der Pflege, wo die Tagesrapporte stattfinden, ist der Platz sehr eng bemessen.» Die Spitex hat deshalb in der Umgebung des Konsumhofs nach weiteren Räumen gesucht.

«Das hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt, weshalb wir nur noch die Möglichkeit sahen, vom Konsumhof wegzuziehen und die gesamte Spitex in neuen Räumen unterzubringen.»

Entscheid zugunsten der Spitex

Diese Situation stellte die Heimleitung vor eine neue Herausforderung. «Wir mussten nun abwägen, ob die interne Cafeteria oder die Spitex innerhalb des Hauses einen höheren Stellenwert hat», sagt Christian Hug.

«Eine Begegnungsstätte ist sicher sinnvoll, aber der Entscheid ist schliesslich zugunsten der Spitex ausgefallen. Es war ein schwieriger Entscheid, aber wir wollten die Spitex behalten.»

Die Spitex freute sich laut Geschäftsführerin Ursula Flaig über diese Nachricht: «Es war überraschend und erfreulich, dass die Genossenschaft die Spitex nicht verlieren will.» Nach einem Umbau werden ab kommendem Januar die Verwaltung, das Büro für Pflege sowie die Anlaufstelle in der jetzigen Cafeteria einziehen.

Bedürfnis vorhanden

Von diesem Vorhaben wurden gestern vormittag auch die Bewohner der Alterssiedlung informiert, nachdem sie im Frühjahr bereits einmal von möglichen Plänen in Kenntnis gesetzt wurden. «Die Information hat gezeigt, dass trotz der geringen Nutzung der Cafeteria ein Bedürfnis für ein Begegnungsort vorhanden ist», sagt Werner Flück, Heimleiter der Alterswohnstätte Holzenstein und Verwalter des Konsumhofs. «Wir haben deshalb eine Projektgruppe gegründet, die nach einer Lösung sucht.

» Bis jetzt wurde noch keine geeignete Räumlichkeit gefunden. «Häufig sind die Räume nicht rollstuhlgängig, was die Suche erschwert. Aber vielleicht ergibt sich ja später sogar eine Lösung innerhalb des Hauses oder in unmittelbarer Nähe», zeigt sich Werner Flück optimistisch.

Neue Räume für Vereine

Für die Angestellten der Cafeteria wurde laut Christian Hug eine sozial verträgliche Lösung gefunden: «Zwei Frauen werden weiterhin in der Alterssiedlung beschäftigt. Die dritte hört altershalber auf.»

Vereine und Gruppen wie die Pro Senectute, der Fotoclub, die Computeria oder der Jassclub nutzen die Cafeteria für Kurse und Veranstaltungen. Einige von ihnen haben bereits einen neuen Ort gefunden, wie Werner Flück sagt. «Für die restlichen sind wir daran, gemeinsam eine passende Lösung zu finden.»

Aktuelle Nachrichten