«Wir wollen die Abkehr von der Zwangsbestrahlung»

«Strahlungsfreies Kreuzlingen» kämpft gegen Antennen im Siedlungsraum. Jetzt organisiert der Verein einen Vortrag. Präsident Stefan Zbornik sagt, wieso.

Annina Flaig
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Stefan Zbornik Präsident Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen (Archivbild: Nicole D'Orazio)

Stefan Zbornik Präsident Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen (Archivbild: Nicole D'Orazio)

Herr Zbornik, der Verein «Strahlungsfreies Kreuzlingen» lädt am Donnerstag zum Vortrag «WLAN für Kinder und Schüler» ein. Was ist das Ziel der Veranstaltung?

Stefan Zbornik: Immer mehr Organisationen warnen vor den Risiken von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern. Kinder in der Entwicklung sind besonders gefährdet. Unsere Veranstaltung mit dem Pädagogen und Physiker Klaus Scheler von der PH Heidelberg soll zur Sensibilisierung beitragen.

Der Stadtrat Kreuzlingen hat kürzlich das Baugesuch der Swisscom für die Mobilfunkanlage an der Romanshornerstrasse 1 bewilligt. Nun wurde Rekurs eingereicht. Wie beurteilen Sie die Situation?

Zbornik: Die Anlage soll direkt auf das Dach einer Kinderbetreuungseinrichtung gestellt werden. Die Vorschläge der Einsprecher für alternative Standorte wie die Liegenschaft eines Kadermitarbeiters der Swisscom an der Werftstrasse wurden leider nicht ernsthaft geprüft.

Die Sammeleinsprache der Anwohner wurde abgewiesen, weshalb?

Zbornik: Der Stadtrat stellt sich offensichtlich auf den Standpunkt, dass nicht er, sondern die übergeordneten Instanzen dafür zuständig seien. Man überlässt die gerichtliche Auseinandersetzung lieber den Anwohnern.

Wie ist der Stand der Baugesuche für Antennen auf dem Ceha von der Swisscom und an der Romanshornerstrasse 5 von Sunrise?

Zbornik: Wegen der Ceha-Antenne läuft ein Rekursverfahren, und die Antenne an der Romanshornerstrasse 5 kann nach mehreren Gängen an das Bundesgericht nicht gebaut werden.

Wie lautet eigentlich der Lösungsvorschlag des Vereins «Strahlungsfreies Kreuzlingen»?

Zbornik: Wir wollen die Abkehr von der Zwangsbestrahlung. Dazu braucht es eine Trennung von Innen- und Aussenraumversorgung. Das ist technisch problemlos machbar. Innerhalb des Siedlungsgebietes braucht es nur Kleinstfunkanlagen. In Innenräumen können Femto-Zellen mit minimalster Sendeleistung genutzt werden. Antennenmasten mit hoher Sendeleistung gehören an Siedlungsränder.

Öffentlicher Vortrag «WLAN für Kinder und Schüler», morgen Donnerstag, 19.30 Uhr im Torggel, Rosenegg.

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