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«Wir wollen alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen»

Nachgefragt

Raiffeisen Regio Altnau schliesst auf einen Schlag vier Geschäftsstellen. Güttingen, Landschlacht, Langrickenbach und Lengwil werden in Zukunft ohne Bank vor Ort auskommen müssen. Verwaltungsratspräsident Martin Häni begründet den Entscheid und erklärt, wie die Raiffeisenbank ihre Kunden in Zukunft zufriedenstellen will.

Herr Häni, Raiffeisen Regio Altnau betreibt aktuell sechs Geschäftsstellen. Wieso machen Sie die besagten vier zu?

Als sich die vier Banken Altnau, Güttingen, Langrickenbach und Lengwil im Jahr 2001 zusammengeschlossen haben, wurde kommuniziert, dass während zehn Jahren alle Geschäftsstellen erhalten bleiben. Das ist jetzt schon 16 Jahre her. Auch in der jüngeren Vergangenheit haben wir gesagt, dass wir an den Standorten festhalten – solange sie genutzt werden. Nun hat aber die Zahl der Schalterbesuche dramatisch abgenommen. In Landschlacht haben wir zum Beispiel durchschnittlich zehn Besuche pro Tag. Insgesamt hat die Raiffeisenbank Regio Altnau rund 11 000 Kunden. Bei täglich nur noch 120 bis 130 Kontakten nutzen also die wenigsten unsere Geschäftsstellen überhaupt. Es ist eine Tatsache, dass immer mehr über das Internet läuft. Es blieb uns eigentlich gar nichts anderes mehr übrig, als diesen Entscheid zu fällen.

Aber warum trifft es nun gerade Güttingen, Landschlacht, Langrickenbach und Lengwil?

Es sind die Standorte, an denen wir am wenigsten Schalterbesuche verzeichnen. Der Standort Altnau ist für uns gesetzt, weil Altnau die Gemeinde mit Zentrumscharakter ist. Wir zeigen mit dem Neubau ja auch, dass wir langfristig an diesen Standort glauben. Bottighofen, im Jahr 2004 eröffnet, hat sich als sehr guter Standort erwiesen. Die Lage an der Durchgangsstrasse ist ideal. Für diese Geschäftsstelle sehen wir noch zusätzliches Potenzial.

Im Zusammenhang mit dem Neubau des Coop in Güttingen hat Ihre Bank vor einiger Zeit kommuniziert, man werde im Geschäftsbau einen Bankbereich mit 24-Stunden-Zone und Beratungsbereich realisieren. Sind diese Pläne nun hinfällig?

An der geschützten 24-Stunden-Zone mit Bancomat und Zahlungsmöglichkeit halten wir fest. Der Standort wird aber mit Sicherheit nicht personell besetzt, und es wird auch keinen Beratungsraum geben.

Wird es im Zuge der Geschäftsstellenschliessungen Entlassungen geben?

Nein, wir wollen alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen, zum Teil allenfalls in neuen Funktionen. Wir haben am Hauptsitz Altnau im Neubau Raum für 40 Arbeitsplätze eingeplant. In Bottighofen können wir auf sechs Mitarbeiter aufstocken.

Die Bank vor Ort im Dorf: das war doch genau die Erfolgs­strategie von Raiffeisen. Haben Sie keine Angst, nun Kunden zu verlieren?

Wir kompensieren den Abbau an örtlicher Filialen-Präsenz mit einem viel flexibleren Dienstleistungsangebot. Persönliche Beratungen und Homeservice werden an Bedeutung gewinnen. Das ist gerade für die älteren Kunden, die noch an den Schalter gekommen sind, interessant. Es wird in Zukunft möglich sein, heute 200 Franken telefonisch zu bestellen, die dann am nächsten Morgen dem Kunden auf dem Postweg zu Hause zugestellt werden. Die Beratungszeiten in der Bank dehnen wir ebenfalls aus. Neu werden wir von 7 bis 19 Uhr für die Kunden erreichbar sein. Parallel dazu erleichtern wir ihnen den Zugang zu Bancomat und E-Banking mit Schulungen.

Wann werden die Geschäftsstellen geschlossen?

Der Neubau in Altnau ist im Herbst 2018 fertig. Wir wollen die Schliessungen bis Ende 2018 vollziehen.

Was passiert dann mit den Liegenschaften?

Wir sind an allen vier Standorten Eigentümer. Wenn wir die Immobilien nicht mehr benötigen, wollen wir sie verkaufen.

Wird das Beispiel der Regio Altnau Schule machen? Beziehungsweise müssen auch andere Regionen mit Schliessungen rechnen?

Unsere Situation ist eine besondere. Wir haben sechs Standorte, die weniger als drei Kilometer auseinander liegen. Das ist ja fast Gehdistanz. Schweizweit gibt es einen Trend zu Zusammenschlüssen und damit verbunden ist es auch möglich, dass einige Kleinfilialen zugehen. Ich glaube aber nicht, dass hier grossflächig ein Abbau angesagt ist. (meg)

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