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«Wir sitzen alle im gleichen Boot»

SCHÖNENBERG. Paul Stahlberg ist in einem Restaurant aufgewachsen und gerne unter Menschen. Doch gemeinsam ein Ziel zu erreichen, birgt auch Schwierigkeiten. Er hat über die Kunst des Miteinanders ein Buch geschrieben. Als Metapher dient das Rudern.
Andrea Kern
Autor Paul Stahlberg mit einem Ruder in seinem Haus in Schönenberg. (Bild: Nana do Carmo)

Autor Paul Stahlberg mit einem Ruder in seinem Haus in Schönenberg. (Bild: Nana do Carmo)

«Mit anderen Menschen zusammen zu sein ist für mich ein Urbedürfnis wie Luft und Licht», sagt Paul Stahlberg. Der 53-Jährige aus Schönenberg ist in einem Restaurant aufgewachsen. «Da war immer etwas los. Vielleicht bin ich deshalb gerne unter Leuten», sagt er. Er spreche auch hin und wieder fremde Leute an, um sie in ein Gespräch zu verwickeln. Nun hat Paul Stahlberg über die Kunst des Miteinanders ein Buch geschrieben. Dabei geht es um das Miteinander in seinen verschiedensten Formen. In Teams, in der Familie, in der Ehe. «Es ist schön, mit anderen Menschen zusammen zu sein.» Es sei aber auch eine Kunst. «Wenn man diese beherrscht, kann daraus ein Vermögen werden», sagt der Vater von zwei Töchtern und einem Sohn. Dieses Vermögen sei aber nicht materiell messbar, fügt er an: ausser wenn man scheitert. Zum Beispiel dann, wenn es zu einer Scheidung kommt.

Teambildung beim Sport

Seit 15 Jahren arbeitet Paul Stahlberg als Gesundheitstrainer und Coach. Er bietet nebst psychologischen Einzelgesprächen auch Teambildungsanlässe an. Nur heissen die bei ihm anders. Er nennt sie Miteinander-Trainings und führt sie in einem Ruderboot durch. Da er seit über 30 Jahren rudert, war es für ihn naheliegend, den Sport mit dem mentalen Training zu verbinden. Das Sprichwort «Wir sitzen alle im gleichen Boot» erhält bei ihm eine konkrete Bedeutung. «Durch das Rudern wird die Theorie greifbar», sagt Paul Stahlberg.

Er zeigt anhand eines Modells, was er damit meint. Wenn beim Rudern nicht alle mitmachen, driftet man ab oder kommt nicht vorwärts. «Jeder hat Probleme mit sich selber.» Trotzdem müsse man versuchen, das Ganze zu sehen, und nicht aufgeben, wenn es schlecht läuft. Vielleicht komme man zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf einen grünen Zweig. «Man kann auch nicht einfach aus dem Boot aussteigen, wenn man keine Lust mehr hat.» Das sei beim Rudern so wie auch im Leben.

Rudern verbindet Familie

Das Rudern ist auch in der Familie Stahlberg ein verbindendes Element, wobei nicht mehr alle den Sport aktiv betreiben. Paul Stahlbergs Töchter sind lieber auf Pferden unterwegs, mit dem Rudern weit gebracht hat es sein Sohn Nico.

Anlässlich eines Geburtstagsfests nahm Paul Stahlberg zudem seine Gäste einmal mit auf den Bodensee. «Einige haben sich zuvor nicht gekannt. Im Ruderboot sind sich Menschen verschiedener Nationalitäten und Mentalitäten nähergekommen», erklärt er. Vertrauen ist ein weiteres Thema, das er aufgreift. «Man muss vertrauen können, um miteinander funktionieren zu können.»

Alleine wird es langweilig

Es ist aber nicht so, dass Paul Stahlberg immer unter Menschen sein muss. Auch dem Alleinsein widmet er sich in seinem Buch. Alleine rudern sei auch schön, aber auf die Dauer werde es langweilig, und man fühle sich schnell einsam. «In der Ehe ist es so, dass man zu zweit Probleme hat, die man alleine nicht hätte. Doch geteiltes Glück ist doppeltes Glück.»

In seinem Buch zeigt der Autor Methoden auf, die er bei seinen Coaching-Ausbildungen gelernt hat. Es seien auch viele eigene Erfahrungen drin. «Mit 20 hätte ich das Buch nicht schreiben können», sagt Paul Stahlberg, der ursprünglich Metzger gelernt und danach Lebensmitteltechnologie studiert hat. Er räumt ein, dass Tausende von Ratgebern existierten. Er habe aber nur Ähnliches gefunden, nicht dasselbe. «Das Rudern als Metapher ist aussergewöhnlich.» Er habe sich bemüht, das Buch nicht nur für Ruderer zu schreiben. Ein Ruderer lese es aber sicher anders. Zudem habe er kaum Fremdwörter verwendet, sondern einfach und verständlich geschrieben. Das komme daher, dass er sich nicht gerne kompliziert ausdrückt. «Ich rede gerne», sagt Paul Stahlberg, und zwar nicht auf Schriftdeutsch, sondern in seinem schwäbischen Dialekt. «Sprache ist ein Kulturgut. Man soll sich in seiner Muttersprache ausdrücken. Das ist die Sprache des Herzens.»

«Die Kunst des Miteinanders», ISBN 978-3-8423-8582-5; Informationen: www.wirkshop.ch

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