«Wir sind unabhängig und neutral»

ARBON. An den Wahlen ins Arboner Parlament nimmt erstmals die Gruppierung «Xsunder Menschen Verstand» teil. Sie möchte die bürgerliche Mitte stärken und die politische Auseinandersetzung versachlichen.

Markus Schoch
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Die sieben Kandidaten der Gruppierung «Xsunder Menschen Verstand». (Bild: pd)

Die sieben Kandidaten der Gruppierung «Xsunder Menschen Verstand». (Bild: pd)

Mit ihnen hat niemand gerechnet. In letzter Minute reichte die Gruppierung «Xsunder Menschen Verstand» (XMV) ihre Liste für die Arboner Parlamentswahlen vom 8. März ein. Sie war bis dahin nicht in Erscheinung getreten.

Die sieben Kandidaten haben aber teilweise sehr wohl eine politische Vergangenheit. Spitzenkandidat Peter «Pesche» Künzi (Qualitätsmanager und Metallographielaborant) kandidierte 2003 bei der CVP fürs Stadtparlament, Touristikstudent Sebastian Fuchs war 2012 auf der Liste der Grünliberalen für den Kantonsrat und André Mägert präsidierte einst die Juso Schweiz, was aber lange her ist, wie er betont. Heute ist der Unternehmens- und Personalberater mit einem Chemiestudium Mitglied bei der FDP, mit der die XMV eine Listenverbindung eingegangen ist.

So vielfältig wie die Bevölkerung

Mägert wehrt sich aber dagegen, in eine parteipolitische Ecke gestellt zu werden. «Wir sind unabhängig und neutral, und ich bin charakterstark genug, um selbständig entscheiden zu können.» Die Gruppierung sei so vielfältig wie die Bevölkerung. Und dazu gehöre auch, dass man nicht immer einer Meinung sei.

Alle Kandidaten verbinde aber der Wunsch, Arbon durch Sachpolitik und ohne Berührungsängste vorwärts zu bringen. «Uns sind gute Rahmenbedingungen für Unternehmen, den Sport, die Kultur und den Tourismus wichtig», sagt Mägert. Das gelte für ihn, Künzi und Fuchs ebenso wie für Städtli-Kiosk-Inhaber Beni Gauch, die Bankangestellte Patricia Zumeri-Leu, Elektromonteurin Tamara Hüttenmoser und Systemtechnikerin und Fahrzeugelektrikerin Ladina Bilgery – die vier anderen Kandidaten auf der Liste.

Das Gute geht vergessen

«Die Stadt hat ein riesiges Potenzial und vieles läuft sehr gut», sagt Mägert. «Wir haben im Sportbereich ein sensationelles Angebot, die Neugestaltung der Landquartstrasse ist toll und die Bestrebungen zur Belebung der Altstadt sind wunderbar.» Darüber geredet werde aber viel zu wenig.

«Stattdessen konzentrieren sich die Diskussionen auf die Problemstellen.» Aktuelles Beispiel sei das neue Verkehrsregime am Rosascoplatz, das nicht nur schlecht sei.

Schuld an der verbreiteten Unzufriedenheit in Arbon würden auch die beiden Polparteien SP und SVP tragen, die im Parlament immer wieder in einer unheiligen Allianz positive Entwicklungen blockieren würden, sagt Mägert. «Wir wollen die bürgerliche Mitte stärken und mit klarer Konsenspolitik zu besseren Lösungen für Arbon beitragen.»

Mägert ist sich allerdings bewusst, dass es für die XMV schon ein Erfolg wäre, überhaupt im Arboner Parlament vertreten zu sein.

Sitzgewinn wäre ein Erfolg

«Wenn wir einen Sitz gewinnen würden, wäre ich schon sehr zufrieden.» Es gehe der Gruppierung mit der Teilnahme an den Wahlen grundsätzlich darum, «die Menschen zum Nachdenken zu bewegen». Um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen, würden die XMV-Kandidaten mangels finanzieller Mittel einen grossen persönlichen Aufwand betreiben. «Wir gehen auf die Strasse und in die Beizen.» Auch in den Sozialen Medien werde die Gruppierung präsent sein. «Wir wollen vor allem auch Nichtwähler und Junge erreichen», sagt Mägert.