Wir sind alle Brüder

Der Abschied nach einem Monat Cádiz hat in kleinem Rahmen mit der «Crew» der Cafeteria Tetera di Mina und Freunden stattgefunden. Graci, der Asturier, hat nach Brauch und Sitte jede Menge Cidre, ähnlich dem «suuren Moscht vom Möhl», mitgebracht, welchen wir bis zum «zu viel» genüsslich tranken.

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Der Abschied nach einem Monat Cádiz hat in kleinem Rahmen mit der «Crew» der Cafeteria Tetera di Mina und Freunden stattgefunden. Graci, der Asturier, hat nach Brauch und Sitte jede Menge Cidre, ähnlich dem «suuren Moscht vom Möhl», mitgebracht, welchen wir bis zum «zu viel» genüsslich tranken. Reich beschenkt konnte ich nächsten Tages mit circa 100 Euro, einer Digicam, welche von einem englischen Gast in der Tetera vergessen wurde (Thank you, man!), einem Abschiedsgedicht, T-Shirts, neuer Unterwäsche und jeder Menge Glückwünsche mit dem Bus nach Tarifa fahren.

Dort wurde ich mit der Fähre nach Tanger übergesetzt und – endlich auf dem Schwarzen Kontinent – mit dem Bus nach Fès ins Landesinnere gefahren.

Afrika ist anders. Die Leute sind zurückhaltend, beobachten einen aus der Distanz, würdigen einen kaum eines Blicks, geschweige denn Lächelns. Ich fühle mich allein. Fremde Sprache. Ungewohnte Musik. Lustige Kleider namens Jelabs, die mich an Elfengewänder aus «Herr der Ringe» erinnern. Alles kostet – vom Toilettengebrauch bis zur kleinen Frage auf der Strasse.

Und trotzdem «nous sommes tous frères», sagt ein Toilettenwart, der 1 Dirham (rund 10 Rappen) will.

Nächster Halt: Marrakesch! Ich betrete das alte Medina, den Markt, für den die Stadt berühmt ist – und das Wunder geschieht! Ich melde mich mit meinem Ein-Tages-Arabisch an, alle lachen, ich auch, ich singe, diverse Handys auf mich gerichtet! Dann der Lohn in Form von Gelächter, Händeschütteln, Essen und etwa 35 Dirham.

In jedem Shop winkt man mir zu, bietet man mir etwas zu essen an und sagt dann «pslema», «tschüss, bis morgen».

Pascal Beer

Von seinem Elternhaus in Zihlschlacht aus begab sich Pascal Beer Ende Juli ohne Geld auf Weltreise. Von Zeit zu Zeit meldet sich der 32-Jährige im Tagblatt zu Wort.

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