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«Wir kämpfen gegen das Pay-TV»

KREUZLINGEN. Der FC Kreuzlingen hat grosse Pläne. Der in Deutschland und England bekannte Tag der Amateure soll künftig auch Fussball-Clubs in der Schweiz mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Erklärtes Ziel: Es müssen mehr Zuschauer her.
Desirée Müller
Zuschauer verfolgen auf der Tribüne ein Spiel des FC Kreuzlingen. Im Vordergrund stehen Mitglieder des Fanclubs Porteños. (Bild: Mario Gaccioli)

Zuschauer verfolgen auf der Tribüne ein Spiel des FC Kreuzlingen. Im Vordergrund stehen Mitglieder des Fanclubs Porteños. (Bild: Mario Gaccioli)

Fünfhundert Fans feuern den FC Kreuzlingen vom Spielfeldrand an. Kinder schiessen in der Halbzeit lachend auf eine Torwand und nach dem Match trifft man sich im Clublokal. Daniel Geisselhardt, Präsident des FC Kreuzlingen, hat klare Vorstellungen von einem perfekten Spieltag. Er hat viele Ideen. Ihm ist aber auch bewusst, dass es bis zu deren Realisierung ein weiter Weg ist.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat nun Daniel Kessler in die Wege geleitet. Der Kommunikationschef des FCK ist als Mitglied des Fanclubs Porteños seit Jahren in der Szene aktiv und gut vernetzt. Speziell seine Kontakte zu deutschen Traditionsclubs kommen dem FC Kreuzlingen dieser Tage zu Gute. Von Anfang an begleitete Kessler das Projekt «Glotze aus, Stadion an». Nun will er das Konzept auch in der Schweiz einführen. Ebenso wie den «Tag der Amateure», welcher vor allem in England grosse Beachtung findet.

Emotionen am Spielfeldrand

Beide Projekte verfolgen dasselbe Ziel: Mehr Zuschauer sollen in die Stadien der Amateur-Fussballclubs kommen. «Im Zeitalter des Pay-TV ist es in der Tat verlockend, die Spiele der <Grossen> gemütlich auf der Couch anzusehen. Dabei vergessen die Fussballfans aber einen wichtigen Grundsatz: Dabei sein ist alles», sagt Kessler. «Die Emotionen live mitzuerleben, an der frischen Luft zu sein und seine Passion mit anderen zu teilen: Das gibt es nur am Spielfeldrand», ergänzt FCK-Präsident Geisselhardt.

Im Rahmen von «Glotze aus, Stadion an» sollen Schweizer Clubs wieder mehr an Attraktivität gewinnen. Man denkt an Standaktionen, Medien-Partnerschaften oder Events. Dass der FC Kreuzlingen künftig mehr Gas bei der Zuschauerwerbung geben will, ist für Kessler und Geisselhardt klar. Nun sollen möglichst viele weitere Fussballvereine mitziehen. Ebenfalls sehr am Herzen liegt Daniel Kessler das andere Projekt: der «Tag der Amateure». Ein Tag im Jahr soll ganz dem Amateur-fussball gehören. In England sei man bereits so weit, dass sich auch Spitzenclubs daran beteiligten. Die Topvereine überlassen dann beispielsweise ihren Mannschaftsbus einem Amateurclub. Der Event werde vor allem von den jeweiligen Fanclubs getragen.

«In der Schweiz müssen wir auf die Vereine zählen. Die Fan-kultur ist hier nicht so ausgeprägt», sagt Kessler und bedauert dies. Als Vermittler soll dabei der Schweizer Fussballverband fungieren. So verfasste Daniel Geisselhardt einen Brief an den Verband mit der Bitte um Unterstützung. «Wir sind gespannt auf den 4. April», sagt Kessler. Dann berät der Verband das Thema.

Entspanntes Fussballerlebnis

Weit herumgesprochen haben sich die Vorhaben des Vereins noch nicht. Positiv überrascht von den Entwicklungen zeigte sich aber beispielsweise Linus Rattin. Er ist grosser FCK-Fan und im Verein «Mädchen für alles». «Mich freut es, dass der FCK auf dem aufsteigenden Ast ist.» Für ihn hat der Amateurfussball auch einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Profi-Ligen. «Ich kann die Spiele mit meiner Familie besuchen und muss keine Angst vor Randalierern und Fackeln haben.»

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