«Wir haben mit Österreich viel gemeinsam»

Der 55jährige Romanshorner Künstler Johannes Gees ist ein Multitalent. Seit 2012 bewegt sich der Mitgründer der Crowdfunding-Plattform «We make it» auch in der Wirtschaft. Herr Gees, wie ist die Idee von «We make it» zustande gekommen?

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Johannes Gees Musiker, Künstler und Gründer von «We make it» (Bild: pd/Katharina Lütscher)

Johannes Gees Musiker, Künstler und Gründer von «We make it» (Bild: pd/Katharina Lütscher)

Der 55jährige Romanshorner Künstler Johannes Gees ist ein Multitalent. Seit 2012 bewegt sich der Mitgründer der Crowdfunding-Plattform «We make it» auch in der Wirtschaft.

Herr Gees, wie ist die Idee von «We make it» zustande gekommen?

Johannes Gees: Als Musiker und Künstler musste ich mich viel mit der Finanzierung von Projekten beschäftigen. Gleichzeitig reizte mich die Idee, ein Online-Business zu starten. So kam das eine zum anderen.

Crowdfunding ist in der Schweiz eher unterentwickelt. Warum?

Gees: Die Entwicklung von Internet-Ideen hinkt in Europa immer einige Jahre hinter den USA hinterher. Aber «We make it» entwickelt sich jedoch schnell.

«We make it» hat bisher über 1000 Projekte ermöglicht. Auf welches sind Sie besonders stolz?

Gees: Das Projekt des Bauers Jürg Wirth aus Lavin im Bündner Engadin, der seinen gepachteten Hof kaufen wollte, von der Bank kein Geld erhielt und zusammen mit über 250 Unterstützern die Summe aufbrachte. Als Gegenleistung erhielten die Unterstützer Käse- und Fleischabos sowie Übernachtungen auf dem Bauernhof.

Sie haben nun in Österreich ein zweites Büro eröffnet. Wie entwickelt sich die Expansion?

Gees: Wir haben gut geplant und erfolgreich begonnen. Wir fühlen uns in unserem Nachbarland willkommen und sehen viele Gemeinsamkeiten – die Alpen, die Sprache, die Grösse. Bereits sind ein Dutzend Projekte erfolgreich finanziert worden. Ob die Expansion nachhaltig ist, werden wir sehen. Wir sind aber sehr zuversichtlich.

Swisscom liess sich die Zusammenarbeit mit «We make it» kürzlich viel Geld kosten. War das für Sie mehr als nur ein Geldsegen?

Gees: Die Mittel aus dem Software-Verkauf an Swisscom erlauben uns, «We make it» weiterzuentwickeln und zu wachsen. Und natürlich ist der Boden geebnet für eine zukünftige Zusammenarbeit.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Gees: Anfang Jahr ist das Swisscom-Projekt Music-Booster entstanden. Junge Bands können von einem «Boost» für ihre Kampagne profitieren. Swisscom sponsert ein Drittel der Kampagne oder maximal 3000 Franken. So macht Crowdfunding noch mehr Spass. (sko)

wemakeit.com