«Wir gehörten zu den Pionieren»

Weit über 1000mal haben sie in den letzten 40 Jahren vor Publikum gespielt. Am 9. Mai steht die Band Span auf der Bühne der Bitzihalle. Mitbegründer Christoph Kohli ist überzeugt, dass die Mundartmusik heute aktueller ist denn je.

Maya Mussilier
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Christoph Kohli ist Mitbegründer der Mundartband Span. (Bild: pd)

Christoph Kohli ist Mitbegründer der Mundartband Span. (Bild: pd)

War Span in den letzten Jahren musikalisch aktiv?

Christoph Kohli: Ja, wir waren in den letzten 40 Jahren ohne Unterbruch musikalisch aktiv.

In welcher Form?

Kohli: Span gibt es seit 1975. In den ersten Jahren haben wir einige Singles produziert. Vier Jahre waren wir mit Polo Hofer als Schmetterding unterwegs. 1981 ist dann unsere erste Platte auf den Markt gekommen. Unterdessen gibt es zehn Studio-LP und vier Sampler. Natürlich waren wir auch immer wieder live zu hören. In den 40 Jahren sind es weit über 1000 Auftritte.

Was hat zur jetzigen Tour geführt?

Kohli: Unser 40-Jahr-Jubiläum.

Was verbindet Span mit dem Thurgau?

Kohli: Wir haben auch schon im Thurgau gespielt und kommen gerne wieder hierher.

Was erwartet Ihr für ein Publikum in Bischofszell?

Kohli: Wahrscheinlich nicht ein ganz junges. Unsere Fans sind halt auch mit uns älter geworden. Es gibt aber immer auch wieder junge Leute, denen unsere Art von Musik gefällt. Sonst gäbe es uns wahrscheinlich nicht mehr.

Was habt Ihr Eurem Publikum an diesem Abend zu bieten?

Kohli: Wir haben ein spezielles Programm aus all unseren Platten zusammengestellt. Es ist also ein Zusammenschnitt aus 40 Jahren Span, angereichert mit einigen Geschichten zu uns und unserer Musik.

Ist der Mundartrock überhaupt noch aktuell?

Kohli: Ich würde sagen, Mundartmusik ist aktueller denn je. Wir gehörten damals zu den Pionieren. Es gab vor uns nur die Band Rumpelstilz. Wir hatten es sehr schwer, eine Plattenfirma zu finden, weil damals die Meinung herrschte, dass Mundartmusik keinen Bestand hat. Das hat sich dann mit der nächsten Mundartgeneration, Züri West und Patent Ochsner sowie später mit Gölä stark geändert. Die Leute hören gerne Lieder, deren Texte sie verstehen.

Was ist an Mundartmusik anders geworden?

Kohli: Es gab schon immer verschiedene Sparten, aber heute ist die Mundartmusik von den Stilen her viel breiter geworden. Uns konnte man nie so richtig einordnen. Das kommt daher, dass alle Bandmitglieder Songs komponieren.

Was hat sich an Eurer Musik verändert?

Kohli: Schwierig zu beantworten. Aber sicher hat der Zeitgeist auch bei uns Veränderungen bewirkt. Bei unserer letzten CD hatten wir einen jüngeren Produzenten. Das hat auf das Endprodukt einen Einfluss gehabt.

Was hat sich an den Texten verändert?

Kohli: Die Texte schreibe meistens ich zu Themen, die für mich gerade aktuell sind, oder zu Dingen, die mir im Moment auffallen. Entsprechend verändern sich die Inhalte laufend.

Was ist heute noch Original-Span?

Kohli: Gitarrist Georg Müller und ich gehören zu den Gründern von Span. Seit 30 Jahren spielt ausserdem Georgs Bruder, Stefan W. Müller, bei uns am Keyboard. Seit sieben Jahren ist Schlagzeuger Matthias Nydegger bei uns. Er hat damals meinen Bruder abgelöst.

Wie sieht die Zukunft von Span aus?

Kohli: Es gibt keinen Masterplan. Wir planen meistens nur ein Jahr, höchstens zwei. Jetzt haben wir gerade mit der Jubiläumstour begonnen. Was danach kommt, wissen wir noch nicht. Die Tour wird uns durch die ganze Deutschschweiz führen.