WINTERKONZERT: Ein Wechselbad aus Melodien

Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen forderte das Publikum an seinem diesjährigen Winterkonzert mit einem aussergewöhnlichen Musikprogramm. Zu hören gab es auch eine Uraufführung.

Barbara Hettich
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Die rund 70 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters Kreuzlingen meisterten ihre Einsätze bravourös. (Bild: Andrea Stalder)

Die rund 70 Musikerinnen und Musiker des Symphonischen Blasorchesters Kreuzlingen meisterten ihre Einsätze bravourös. (Bild: Andrea Stalder)

Barbara Hettich

redaktion@thurgauerzeitung.ch

Die musikalische Kost, die das Symphonische Blasorchester SBO an seinem Winterkonzert am Samstag im Bottighofer Dorfzentrum bot, war nicht leicht zu verdauen. Der 23-jährige Komponist Manuel Renggli aus dem Entlebuch hat auf Anfrage von SBO-Dirigent Stefan Roth erstmals eine Komposition für ein Blasorchester geschrieben und erklärte sein Werk vor der Uraufführung – der er persönlich beiwohnte – gleich selbst.

Bilder über Ekstase als Inspiration

Zwei Bilder über Ekstase hätten ihn inspiriert. Seine Musik sei aber nicht etwa die Vertonung der Bilder, sondern die Ekstase selbst, ein Wechselbad der Gefühle. Er hatte nicht zu viel versprochen. Das Stück «Short Ride in Ecstasy» in sechs Sätzen war ein Wechselbad von ineinander verflochtenen Melodien und Rhythmen, von Pianissimo bis Fortissimo die ganze Bandbreite auskostend. Unglaublich anspruchsvoll zu interpretierten – selbst für das SBO Kreuzlingen, welches in der Höchstklasse spielt und zu den besten Orchestern der Schweiz zählt. Dem Dirigenten perlten die Schweisstropfen von der Stirn, temperamentvoll führte er durch die Passagen, und die rund 70 Musikantinnen und Musikanten meisterten bravourös ihre Einsätze. Mit «Guernica» des Komponisten Jean-François Michel und «Unknown Journey» von Philip Sparke folgten zwei weitere spannungsgeladene Werke – sanfte Melodien kontrastreich gesetzt zu Disharmonien. Unbekannte Reisen können herausfordernd sein. Martina Brändler, Moderatorin des Abends, entliess die Zuhörer zu einer erholsamen Pause auf den bekannten Weg zur Bar.

Mehr Harmonisches im zweiten Teil

Harmonischer gestaltete sich dann der zweite Teil des Konzertprogramms. Gefühlvoll interpretierte das SBO die Symphonie «Earth, Water, Sun, Wind» von Philip Sparke. Wie aus einem Guss meisterten die Musikanten die schwierigsten Läufe, brachten das Wasser zum Fliessen und die Sonne zum Glühen. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum und wurde mit zwei Zugaben – mit melodischer Musik für die Seele – belohnt: «Share my Yoke» mit Solist Thomas Roth am Flügelhorn und zum Abschluss mit einem wunderschön arrangierten «Stille Nacht, heilige Nacht». Das Symphonische Blasorchester hat 2017 Grosses vor. Im Dezember wollen sie das Musical «Gotthelf» auf die Bühne des Sport- und Kulturzentrums Kreuzlingen bringen. Bereits im März werden die Kreuzlinger Musikantinnen und Musikanten die Konzertreihe Symphonia Classic fortsetzen, diesmal mit Gastsolist Valentin Eschmann am Horn.