Wildsauen beschäftigen die Jäger

250 Grünröcke trafen sich am Samstag in Weinfelden am fünften Jägermarkt und an der Generalversammlung von Jagd Thurgau. Für Diskussionen sorgt das Referat von Dominik Thiel zum Thema «Wildschweinjagd im Mittelland».

Rudolf Steiner
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Der 10jährigen Tianka aus Hauptwil gefallen die Fuchsfelle, die die Thurgauer Jäger am Jägermarkt auf dem Marktplatz in Weinfelden verkaufen. (Bild: Rudolf Steiner)

Der 10jährigen Tianka aus Hauptwil gefallen die Fuchsfelle, die die Thurgauer Jäger am Jägermarkt auf dem Marktplatz in Weinfelden verkaufen. (Bild: Rudolf Steiner)

WEINFELDEN. So kontrovers wie noch nie verläuft die Versammlung der Thurgauer Jäger im «Thurgauerhof»-Saal in Weinfelden. «Ich kann mich nicht erinnern, dass es mal eine so grosse Diskussion gab wegen eines Referats», sagt Präsident Bruno Ackermann am Schluss der Versammlung. Grund dafür, die Ausführungen des Gastreferenten Dominik Thiel, neuer Amtschef des Amts für Natur, Jagd und Fischerei St. Gallen.

Wildsau: Dezimieren oder nicht?

Thiel vertritt die Ansicht, dass die in den letzten Jahren stark gewachsene Wildschweinpopulation durch gezielte Massnahmen reguliert werden muss. «Die Allesfresser sind sozial und intelligent, haben eine hohe ökologische Anpassungsfähigkeit und mit einer jährlichen Reproduktionsrate von 300 Prozent das grösste Fortpflanzungspotenzial aller Huftiere weltweit», sagt er. So stieg der Abschuss in den vergangenen 15 Jahren schweizweit von 1200 Tieren auf über 10 000.

Das im Jahre 2004 eingeführte Schweizer Wildschweinmanagement sei trotz neuen Waffen, Nachtsichtgeräten und Lockfütterungen misslungen. Ziel sei es, die Schäden von jährlich 2,5 Millionen Franken in der Schweiz zu reduzieren und die Bestände anzupassen, sagt Thiel. Am effizientesten sei der Bestand durch die Regulierung des Geschlechterverhältnisses zu erreichen, da alles durch die Weibchen (Bachen) gesteuert werde. «Deshalb darf der Abschuss von Bachen kein Tabu sein.»

30 Jahre lang Kassier

Weniger Diskussionsstoff liefern die statutarischen Geschäfte der 84. Generalversammlung. Einen traditionell wichtigen Platz nehmen dabei die Verkündung des Jagdendschiessens und die Ehrungen ein. Besonders hervorzuheben ist die Tätigkeit von Hans Habegger aus Weinfelden, der nach 30 Jahren als Kassier zurücktritt und eine ausgeglichene Rechnung 2013 präsentiert. Als Nachfolger wählen die 250 Mitglieder Jurist Robert Hess aus Berg.

Für die musikalische Umrahmung sorgen die «Jagdhornbläser vom Rhy» aus Diessenhofen. Am Vormittag fand auf dem Marktplatz schon der Jägermarkt der Schützen statt.

Dominik Thiel Chef Amt für Natur, Jagd und Fischerei, Kanton St. Gallen (Bild: Coralie Wenger)

Dominik Thiel Chef Amt für Natur, Jagd und Fischerei, Kanton St. Gallen (Bild: Coralie Wenger)