WIGOLTINGEN: Wirtschaft braucht radikale Optimisten

Der Arbeitgeberverband Mittelthurgau will sich unablässig verbessern. Dafür setzt er auf gute Arbeitnehmer und die Kooperation der Betriebe.

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Felix Walter, neues Vorstandsmitglied, und Dominik Hasler, Präsident des Arbeitgeberverbandes, an der Versammlung. (Bild: Manuela Olgiati)

Felix Walter, neues Vorstandsmitglied, und Dominik Hasler, Präsident des Arbeitgeberverbandes, an der Versammlung. (Bild: Manuela Olgiati)

«Die Glaubwürdigkeit der Wirtschaft hat gelitten», sagte Dominik Hasler, der Präsident des Arbeitgeberverbandes Mittelthurgau (AGV). Das Gejammer um Arbeitsplatzverluste habe überhand genommen, dabei stagniere die Arbeitslosenquote, habe sich sogar verbessert. Am Montagabend kamen 70 Mitglieder des AGV zur Generalversammlung in den Landgasthof Wartegg in Wigoltingen.

Dominik Hasler rief die Mitglieder dazu auf, nach Rückschlägen vorwärts zu schauen. Die Landwirtschaft gelte eher als vernichtender Faktor des Wohlstandes, indem Subventionen oft für Ineffizienz ausbezahlt würden. Wohlstand hingegen stecke in der Produktion von Industriebetrieben. «Hier können wir mit innovativen Ideen mithalten.» Dafür brauche es ein gutes Klima und gute Arbeitnehmer. Gute Rahmenbedingungen schaffen bedeute auch, sich mit der Digitalisierung zu verbessern. Dazu wünschte sich der Präsident seine Mitglieder als radikale, pragmatische Optimisten, die erfreuliche Geschäftsabschlüsse hervorbringen und sehr gute Mitarbeiter beschäftigen.

Gute Mitarbeiter sind das grösste Kapital

Vor den Versammlungsteilnehmern hielt der Präsident und Transportunternehmer Dominik Hasler Rückschau auf ein spannendes Jahr des Verbands. Der Austausch unter den Mitgliedern werde gepflegt, ohne jedoch vor eidgenössischen Abstimmungen ins Rampenlicht zu treten. Zurückhaltung sei angesagt. Im AGV dabei sind 144 Mitgliederfirmen, die 7200 Arbeitnehmende beschäftigen.

Einstimmig neu in den Vorstand gewählt wurde Felix Walter von der Walter AG Signaltechnik und Verkehrsregelungsanlagen in Sulgen. Als Revisoren wiedergewählt wurden Anita Meyer und Gabriel Imboden. Positiv schliesst die Rechnung 2016 bei einem Aufwand von knapp 38000 Franken mit einem Gewinn von rund 4600 Franken ab. Das Eigenkapital beträgt nun über 106000 Franken.

Ältere Mitmenschen als Ruhepol

Im Anschluss an die Versammlung referierte Peter Gross, emeritierter Professor der Universität St. Gallen und Autor des Buches «Wir werden älter. Vielen Dank. Aber wozu?». Dieser sprach von der Langlebigkeit und dem epochalen Sinn. Der Soziologe sprach sich für die Aufhebung der Pensionsgrenze aus. Das Alter sei die Zeit der langen Erinnerung, der Versöhnung und Bilanz. Es sei die Zeit, nachfolgenden Generation als Ruhepol zu dienen.

Manuela Olgiati

weinfelden@thurgauerzeitung.ch