Wigoltingen ist parat für Fasnacht

Eintausend Musikerinnen und Musiker kamen am Wochenende nach Wigoltingen. Sie machten die Vorfasnachtsparty Steil zu einem der grössten Fasnachtsanlässe der Ostschweiz. Nur der Besucheraufmarsch dämpft die Freude der Organisatoren von der Rüsselgugge Müllheim.

Chris Marty
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Tanja Herzog, Christian Fehr und Ramona Därendinger.

Tanja Herzog, Christian Fehr und Ramona Därendinger.

WIGOLTINGEN. Mit rund eintausend Musikern, organisiert in 24 Guggen, drei Zelten, fünf Bars und zwei Verpflegungsständen war am Freitag- und Samstagabend Wigoltingen das Mekka der Ostschweizer Fasnacht. Höhepunkt war ein Gemeinschaftskonzert von vier Guggen mit insgesamt 140 Musikerinnen und Musikern.

Erlös für die Rüsselgugge

«Das war unser grösstes Highlight aller Zeiten», strahlt OK-Präsident Mario Zwahlen von der Rüsselgugge Müllheim nach dem Gemeinschaftskonzert. Es diente als Hauptprobe für das internationale Holzlarventreffen Anfang Februar in Siebnen im Kanton Schwyz.

Am Freitag standen regionale Bands und am Samstag Gruppen aus der ganzen Schweiz auf dem Programm. «Um den Anlass reibungslos durchführen zu können, braucht es ein eingespieltes Team, rund vierzig Helfer und etwa sechs Monate Vorbereitungszeit», klärt Zwahlen auf. An beiden Abenden wurde kein Eintritt verlangt, in der Hoffnung, dass viele Fasnächtler den Weg nach Wigoltingen finden würden. Mit den Einnahmen aus der Festwirtschaft werden Kostüme und Fahrspesen an die Auftritte der Rüsselgugge in der ganzen Schweiz finanziert.

Nicht nur für Guggenfans

Nicht nur Fasnächtler kamen auf ihre Rechnung: Im Ländlerzelt spielte eine junge Volksmusikgruppe, und gleich daneben legte ein DJ für jüngere Gäste auf. Tanja Herzog (23, Steckborn) ist denn auch begeistert: «Hier hat es für alle etwas! Super!» Auch Christian Fehr (47, Berg) von der Rüsselgugge ist von der Vorfasnachtsparty angetan: «Ich freue mich, dass wir etwas zum Wohlbefinden der Guggen beitragen können. Dies ist eines der grössten Treffen in der Ostschweiz, vielleicht sogar der ganzen Schweiz», fügt er an. Ebenso bestätigende Worte findet Ramona Därendinger (34) aus Seuzach: «Es herrscht immer gesellige, gute Stimmung!» Anerkennung findet die Vorfasnachtsparty auch bei Raphael Maurer (24, Romanshorn) und Sandro Traby (28, Kreuzlingen) von den Löli Tuuter aus Bottighofen. «Die Fasnacht in Luzern wäre auch noch mein Traum», gesteht Sandro. Gefragt nach seinem grössten Fasnachtshighlight, muss Dominik Jäggi (25, Bischofszell) nicht lange studieren: «Lörrach 2014, die Guggeexplosion! Da war in der ganzen Stadt nur Fasnacht! Aber auch hier in Wigoltingen ist es genial!» Weiter angereist sind die Toschtelfäger aus Schübelbach SZ. Auch sie sind begeistert! Monika Kesselring hätte einmal gerne eine Einladung an die Fasnacht nach Köln, und Edgar Fleischmann (beide 44, aus Schübelbach) wäre einem Auftritt an der Luzerner Fasnacht nicht abgeneigt. Für Simi Straub (41, Galgenen SZ) ist Wigoltingen der Anfang. Ein weiterer Höhepunkt ist das internationale Holzlarventreffen in Siebnen. Auf den uralten Brauch des «Butznen» an der Dörflifasnacht in Schübelbach freuen sich Sabine Bruhin (35) und Karin Züger (28) aus Siebnen SZ.

«Mehr Besucher wären toll»

Auch OK-Präsident Zwahlen hat einen Traum: dass einmal eine Marching Band oder eine berühmte ausländische Guggenmusik in Wigoltingen aufspielt. Und: «Es wäre schön, wenn noch mehr als die derzeit 300 Besucher den Weg an die Vorfasnachtsparty finden würden.»

Raphael Maurer, Sandro Traby und Dominik Jäggi.

Raphael Maurer, Sandro Traby und Dominik Jäggi.

Eine der rund 40 Guggen beim Konzert im grossen Festzelt der Vorfasnachtsparty Steil. (Bilder: Chris Marty)

Eine der rund 40 Guggen beim Konzert im grossen Festzelt der Vorfasnachtsparty Steil. (Bilder: Chris Marty)

Monika Kesselring und Edgar Fleischmann.

Monika Kesselring und Edgar Fleischmann.

Simi Straub, Sabine Bruhin und Karin Züger.

Simi Straub, Sabine Bruhin und Karin Züger.