Wiesli stemmt neue Rekorde mit XXL-Gemüse

DOZWIL. Mehrere hundert Kilogramm bringen seine Kürbisse auf die Waage. Seine Gurken und Karotten haben ebenfalls Übergrosse: Jürg Wiesli aus Dozwil gewinnt mit seinen schwergewichtigen Lebensmitteln laufend Wettbewerbe. Nahrhafte Komposterde und viel Wasser sind die Grundlagen seines Erfolgs.

Rudolf Steiner
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Jürg Wiesli ist stolz auf seine Riesen-Kürbisse. (Bild: Rudolf Steiner)

Jürg Wiesli ist stolz auf seine Riesen-Kürbisse. (Bild: Rudolf Steiner)

Wenn der 53jährige Jürg Wiesli aus Dozwil in seinem Garten Gemüse anpflanzt, endet's immer gigantisch. 521 Kilogramm brachte in dieser Saison sein schwerster Kürbis auf die Waage. Damit schaffte es der SVP-Kantonsrat in Rapperswil-Jona an der Schweizer Meisterschaft im Kürbiswiegen auf Platz zwei. Platz eins musste er dem Konkurrenten aus Pfungen überlassen, dessen Kürbis 200 Kilogramm schwerer war.

Sieben Kilo schwere Gurke

Dafür trumpfte Jürg Wiesli mit seinen anderen Gemüsesorten gross auf. So stellte er mit einem Long-Gourd-Kürbis von 3,05 Meter Länge und einer Riesengurke von 7,635 Kilogramm neue Schweizer Rekorde auf. Gleiches gelang ihm mit seiner XXL-Karotte, die 1,88 Kilogramm wiegt.

Will Jürg Wiesli an einem Wettbewerb teilnehmen, wartet auf ihn eine logistische Herausforderung. Sein Riesengemüse muss mit einem Traktor mit Hebevorrichtung auf Paletten gehievt und ins Transportfahrzeug verladen werden. Ein Landwirt aus der Nachbarschaft ist ihm dabei behilflich.

Samen aus Belgien

Seine Leidenschaft für den Anbau von Riesengemüse begann für den 53jährigen gelernten Bäcker/Konditor vor etwa zehn Jahren eher zufällig. «Ich las in einem Zeitungsbericht über die Kürbis-Europameisterschaft 2003, die vom Belgier Jos Ghaye gewonnen wurde», erzählt Wiesli. Also schrieb er dem Kürbis-Europameister einen Brief und bat ihn um Samen. «Ich legte ihm als Entschädigung eine Zehn-Franken-Note ins Couvert und bekam schnell Antwort», erinnert sich Wiesli. Die Samen seien gratis und die zehn Franken fürs Porto, schrieb ihm Ghaye prompt zurück. Das war der Startschuss für seine Karriere als Züchter von Riesengemüse.

Mittlerweile hat er mit seiner Leidenschaft auch seine Frau Brigitte und Sohn Simon angesteckt. Die beiden unterstützen ihn bei der Aussaat, Anzucht, Ernte und Verwertung der Monster-Gemüse. Sohn Simon ist auch in die Jagd nach neuen Rekorden eingestiegen. Sein Squash (grüner Riesenkürbis) brachte in Rapperswil-Jona 437 Kilogramm auf die Waage, was neuer Schweizer Rekord in dieser Kategorie ist.

Das Kürbisjahr beginnt bei Familie Wiesli jeweils Anfang April mit der Aussaat der Samen im Haus. Bereits Ende April können die Pflänzchen in die Plastiktunnels gesetzt werden, wobei aber für eine einzige Pflanze unglaubliche 100 Quadratmeter Fläche benötigt werden. Da die Riesenkürbisse (lat. Cucurbita maxima), die zu 95 Prozent aus Wasser bestehen, einen grossen Bedarf an Flüssigkeit haben, wachsen sie innert drei Monaten von 100 Gramm auf bis zu 1000 Kilogramm.

Bio-Dünger und Wärme

Ein Geheimrezept hat Wiesli für seine Riesengemüse nicht. Gute, nahrhafte Komposterde, etwas Bio-Dünger und viel Wasser und Wärme seien die Grundlagen für das aussergewöhnliche Wachstum. Ausserordentlich kostspielig ist sein Hobby nicht, da der Kantonsrat über genügend eigene Pflanzfläche verfügt. Allerdings ist sein Hobby trotz der vielen Meistertitel und Rekorde nicht lukrativ. So erhielt Jürg Wiesli für seinen zweiten Platz in Rapperswil-Jona 500 Franken Preisgeld. Auch mit dem Verkauf lässt sich kein Geld verdienen. Dafür kommt bei Familie Wiesli im Herbst und im Winter des Öfteren ein Gemüsegericht mit Kürbissen, Karotten, Gurken und Tomaten auf den Tisch. Und Ende Saison verteilt sie einen Teil des Riesengemüses gratis an die Nachbarn.

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